Anzeige
11. März 2013, 14:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Register ist kein Schreckgespenst mehr”

Dominika Kula, Pressereferentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), erklärt im Gespräch mit Cash., dass das neu geschaffene Beraterregister nicht wie die Flensburger Verkehrssünderkartei funktioniert und warum die Bedenken der Branche unbegründet sind.

Dominika Kula, Pressereferentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Dominika Kula, BaFin

Cash.: Angesichts des neuen Beraterregisters fürchtet die Branche den „gläsernen Berater“. Inwieweit ist die Sorge Ihrer Meinung nach berechtigt?

Kula: Wir verstehen die Besorgnis, halten sie aber für unbegründet. Beim Beraterregister handelt es sich um eine rein interne Datenbank der BaFin. Bei der Einrichtung der Datenbank wurde zudem streng darauf geachtet, dass datenschutzrechtliche Bestimmungen gewahrt bleiben. Wir können also Entwarnung geben.

Wie detailliert werden Kundenbeschwerden gespeichert?

Zunächst einmal muss das Wertpapierdienstleistungsunternehmen sämtliche Beschwerden melden, die zu einem Berater eingegangen sind. Das betrifft auch diejenigen Eingaben, die der Berater oder sein Arbeitgeber für unberechtigt halten. Die BaFin erfährt dabei im ersten Schritt aber nur, dass überhaupt eine Beschwerde an einem bestimmten Tag eingegangen ist sowie welcher Berater in welcher Organisationseinheit betroffen ist. Wir gehen der Sache in einem zweiten Schritt nach, wenn wir sehen, dass sich Anleger über einen Berater oder Vertriebsbeauftragten besonders häufig beschweren.

Welche Sanktionsmöglichkeiten gibt es und in welcher Abfolge werden diese eingesetzt?

Bei einem Fehlverhalten kann die BaFin zunächst verwarnen, grundsätzlich aber auch Beschäftigungsverbote aussprechen. Das Beschwerderegister funktioniert allerdings nicht wie die Flensburger Verkehrssünderkartei. Zwar kann und wird die BaFin ihre Sanktionsmöglichkeiten nutzen. Allein weil gegen einen Berater eine bestimmte Zahl von Beschwerden vorliegt, wird die Aufsicht aber nicht davon Gebrauch machen. Anders als die Punkte in Flensburg stehen die Beschwerden in der BaFin-Datenbank aber gerade nicht automatisch für ein Fehlverhalten.

Die anfangs heftige Kritik der Branche am Beraterregister ist mittlerweile nahezu verstummt. Was hat zu diesen Sinneswandel beigetragen?

Wir haben ebenfalls den Eindruck, dass die Datenbank bei näherer Betrachtung nicht mehr als Schreckgespenst wahrgenommen wird. Kontinuierliche Aufklärungsarbeit und stetiger Diskurs mit den Beteiligten haben hier unseres Erachtens zu einer Versachlichung der Debatte geführt.

 

Interview: Julia Böhne

Foto: BaFin

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

“BU-Beratung durch Makler als bester Weg zur passenden Lösung”

“Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein hoch erklärungsbedürftiges Produkt”, sagt Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherung. Im Interview mit Cash. sprach er über die Bezahlbarkeit von BU-Policen und “best advice” vom Versicherungsmakler.

mehr ...

Immobilien

Die teuersten Hansestädte

Hamburg ist die teuerste der Hansestädte, sowohl für Mieter, als auch für Käufer. Ein Quadratmeter kostet mehr als doppelt so viel wie in Stralsund. Immowelt hat untersucht, welches die teuersten und günstigsten Städte der Hanse sind.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzkrise ist in der dritten Runde

Nach Meinung von Volkswirt Prof. Dr. Thomas Mayer befindet sich die Finanzkrise in der dritten Phase, mit politischen Trends, die aber auch Auswirkungen auf den Finanzsektor haben.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...