Anzeige
3. Dezember 2014, 08:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Umfrage: Bankenprotokoll pusht Qualität der Beratung nicht

Sechs von zehn Bundesbürgern sehen in den seit Januar 2010 vorgeschriebenen Beratungsprotokollen kein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Bankenberatung, so eine aktuelle Umfrage. 36 Prozent lesen sich das Papier demnach noch nicht einmal durch.

Beratungsprotokoll-Bankberatung in Umfrage: Bankenprotokoll pusht Qualität der Beratung nicht

Dokumentationspflicht: Zu wenig Zeit für Beratung?

Das sind die Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro für die 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

Dabei wissen die Bundesbürger eine gute Anlageberatung grundsätzlich sehr zu schätzen, so die Umfrage: Mehr als 80 Prozent halten sie in Zeiten niedriger Zinsen für wichtiger denn je. Jedoch ohne das von vielen Seiten als zu bürokratisch kritisierte Protokoll. Eine vom Gesetzgeber geplante Übertragung auf Immobilienkredite sei daher grundsätzlich kritisch zu sehen.

Zu wenig Zeit für Beratung

47 Prozent der Befragten beklagen, dass die Bankmitarbeiter weniger Zeit für die eigentliche Beratung haben, weil der Aufwand für die Dokumentationspflichten sehr hoch ist. Junge Bundesbürger zwischen 18 und 34 Jahren bemängeln diesen Umstand viel häufiger als ältere (18 – 34 Jahre: 56 Prozent, 35 – 54 Jahre: 49 Prozent, über 55 Jahre: 39 Prozent).

Obwohl für das Protokoll maßgebliche Informationen über die persönliche Finanzsituation eingeholt werden müssen, kennen die Banken nach Ansicht von zwei Drittel der Befragten ihre Kunden zu wenig, um wirklich passgenaue Geldanlagen zu empfehlen.

“Beratungsprotokoll entrümpeln”

“Der Gesetzgeber sollte Ernst machen und das bürokratische Beratungsprotokoll entrümpeln”, sagt Shirin Sommer, Consultant bei Cofinpro. “Es spricht für sich, dass mehr als jeder zweite 18- bis 34-Jährige und immerhin noch jeder vierte über 55-Jährige das Protokoll komplett ignorieren. Transparenz und Verständnis beim Verbraucher werden auf diesem Wege nicht erreicht.

Nach Überzeugung von 58 Prozent der Bundesbürger wird auch die geplante Ausweitung der Dokumentationsanforderungen auf den Immobilienkredit-Bereich nicht zu einer besseren Beratung beim Haus- oder Wohnungskauf führen. Spätestens bis März 2016 muss die europäische Wohnimmobilienkreditrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden. Sie umfasst neben einem Produktinformationsblatt (bei Krediten: ESIS) de facto auch die Pflicht einer Beratungsdokumentation.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Munich Re sieht sich vor Chefwechsel auf Kurs zu Gewinnziel

Der langjährige Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard hat den Aktionären zu seinem Abschied Hoffnung auf ein baldiges Ende des jahrelangen Gewinnrückgangs gemacht.

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband warnt vor Mangel an Seniorenwohnungen

Der Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen fordert flexiblere Regelungen für den Bau altersgerechter Wohnungen. Sonst würden die Kosten so stark steigen, dass zu wenig preiswerte Wohnungen am Markt vorhanden seien.

mehr ...

Investmentfonds

Gaming-Industrie bietet attraktive Chancen für das Depot

Der weltweite Markt für Video-Spiele wird von deutschen Investoren bislang nur relativ wenig beobachtet. Allerdings ist er hoch attraktiv. Er bietet zum einen ein großes Wachstum. Zum anderen lassen sich hier überzeugende Margen erwirtschaften.

mehr ...

Berater

Ehegattensplitting: Getrennt leben und trotzdem Steuern sparen?

Dürfen Eheleute, die nicht zusammen leben, von den steuerlichen Vorteilen des Ehegattensplittings profitieren? Ja, sagt das Finanzgericht (FG) Münster in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „B+++“ für Solvium Container Select Plus Nr. 2

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die Emission „Container Select Plus Nr. 2“ der Solvium Capital GmbH aus Hamburg mit insgesamt 74 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „gut“ (B+++).

mehr ...

Recht

Handyversicherung: Höheres Diebstahlrisiko, höhere Aufmerksamkeit

Damit die Leistung aus einer Handypolice nach einem Diebstahl geltend gemacht werden kann, ist es erforderlich, dass das Handy entsprechend seinem Wert und den äußeren Umständen gesichert wird, so das AG Frankenthal.

mehr ...