12. November 2014, 14:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beratungsprotokoll: AfW kritisiert VZBV-Entwurf

Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) hält den aktuellen Entwurf des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) für Beratungsprotokolle für mangelhaft. Grundsätzlich unterstütze der Verband die Idee, konkrete Mindeststandards für ein Beratungsprotokoll zu setzen.

AfW: Entwurf der Verbraucherzentralen für Beratungsprotokolle mangelhaft

Norman Wirth: “Die Vorlage des VZBV ist nicht an der aktuellen, verbraucherschützenden Gesetzeslage orientiert. Ich würde keinem Vermittler empfehlen, damit zu arbeiten.”

“Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht”,  kommentiert der geschäftsführende AfW-Vorstand Rechtsanwalt Norman Wirth den VZBV-Entwurf eines Beratungsprotokolls in der Wertpapierberatung. Die Verbraucherschützer hatten im Zusammenhang mit dem Symposium des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) einen Entwurf für standardisierte Beratungsprotokolle im Finanzanlagenbereich vorgelegt.

Entwurf nicht an aktueller Gesetzeslage orientiert

Zwar unterstützt der AfW in einer aktuellen Pressemitteilung ausdrücklich die Grundidee, konkrete Mindeststandards für ein Beratungsprotokoll zu setzen. Den vom VZBV vorgelegten Entwurf bezeichnet der AfW jedoch als “etwas schlicht” und verweist darauf, dass in der Vergangenheit professionelle Arbeitsgruppen und Initiativen der Versicherungs- und Finanzbranche, oft in Kooperation mit Wissenschaftlern, an der Vereinfachung und Vereinheitlichung der Dokumentationsvorgaben gearbeitet hätten.

“Hier wird versucht das Fahrrad nochmal zu erfinden – zu einer Zeit, da längst hervorragende, übersichtliche Vorlagen existieren”, so Wirth. Das Problem liege aktuell nicht bei fehlenden guten Dokumentationsvorlagen, sondern in der Frage, wie diese Vorlagen angewandt und ausfüllt werden. “Die Vorlage des VZBV ist nicht an der aktuellen, verbraucherschützenden Gesetzeslage orientiert. Ich würde keinem Vermittler empfehlen, damit zu arbeiten”, so der AfW-Vorstand.

Als beispielhaften Kritikpunkte am VZBV-Entwurf zu Beratungsprotokollen nennt der AfW den Sprachstil. So verwende das Protokoll wahllos die ich-Form des Kunden, die ich-Form des Beraters und die Sprache eines moderierenden Dritten. “Verständlichkeit für den Kunden geht anders”, so Wirth. Zudem werde der Kunde mehrfach nach dem Anlagezweck gefragt. Auch bezüglich des Risikoprofils sieht der Verband Defizite. So werde der Kunde an keiner Stelle nach seinen Kenntnissen und Erfahrungen in Kapitalanlagen befragt.

 

Seite zwei: AfW bietet den Verbraucherschützern Unterstützung an

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Augsburger Aktienbank gibt Wertpapiergeschäft ab

Die Augsburger Aktienbank (AAB), eine Tochter der LVM Versicherung, steht vor einer Neuordnung. Das Wertpapiergeschäft der AAB wechselt zur Münchener European Bank for Financial Services GmbH (ebase). Der Verkauf ist zugleich Ausgangspunkt für eine Neustrukturierung der AAB-Geschäftsfelder. 

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilienmarkt: Finanzierungsaktivitäten über Vor-Corona-Niveau

Seit dem 8. April nehmen die Finanzierungsaktivitäten für den Wohnimmobilienmarkt kontinuierlich zu und liegen mittlerweile 8 % über Vor-Corona-Niveau. Dies zeigt der SprengnetterONE Index.

mehr ...

Investmentfonds

Die Bröning-Kolumne: Erst wenn die Ebbe kommt…

…sieht man, wer keine Badehose trägt. Dieses Zitat von Warren Buffett traf wieder einmal auf die Entwicklung der Börsen zu. Mit dem Ausbruch des Coronavirus ging es mit den Aktienkursen weltweit teils erheblich bergab. Aktienindizes wie der DAX oder der Dow Jones verloren mit 38 % bzw. 36 % in der Spitze erheblich an Wert (in Euro). Dabei fiel eines auf: Vor allem Unternehmen mit einer starken Bilanz, einem robusten und zukunftsfähigen Geschäftsmodell sowie einem weitsichtigen Unternehmensmanagement verloren wesentlich weniger als konjunkturabhängige und (hoch-)verschuldete Firmen. Die Bröning-Kolumne

mehr ...

Berater

Entscheidung über Bafin-Aufsicht vertagt

Die Entscheidung über den Gesetzentwurf zur Übertragung der Aufsicht über die unabhängigen Finanzanlagenvermittler auf die Bafin ist vom Finanzausschuss des Deutschen Bundestages erneut vertagt worden. Dies teilt der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona-Handbremse bitte lösen, jetzt

Gemessen an der Anzahl an Neuemissionen verlief das erste Halbjahr für Sachwertanlagen erstaunlich normal. Doch die Branche fährt weiter mit angezogener Handbremse. Zeit für ein Umschalten. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Wirecard: Interessenten weltweit wollen Geschäftsbereiche erwerben

Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 29. Juni 2020 im vorläufigen Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wirecard AG einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt. In seiner konstituierenden Sitzung bestätigte der vorläufige Gläubigerausschuss heute einstimmig Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter als vorläufigen Insolvenzverwalter. Der ebenfalls am 29. Juni 2020 vom Amtsgericht München eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter erstattete in der mehrstündigen Sitzung einen ersten Bericht. Demnach haben sich bereits zahlreiche Interessenten weltweit für den Erwerb von Geschäftsbereichen gemeldet. 

mehr ...