Anzeige
31. Oktober 2014, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID II: Neue Herausforderungen im Management von Audiobeweisen

Die Finanzmarktrichtlinie MiFID II verlangt von Finanzdienstleistern in der EU, sämtliche E-Mails mit Kundenaufträgen und Aufzeichnungen von Telefonaten für die Dauer von drei Jahren aufzubewahren. Die Unternehmen müssen nun geeignete Verfahren entwickeln, um diesen Anforderungen zu genügen.

Gastbeitrag von Deborah Blaxell und Martin Bonney, Epiq Systems

Die Herausfoderungen von Audio-Beweismitteln

Martin Bonney und Deborah Blaxell

MiFID II zielt darauf ab, die Finanzmärkte effizienter, widerstandsfähiger und transparenter zu gestalten und den Anlegerschutz zu verbessern. Ein Schlüsselabschnitt verlangt von Finanzdienstleistern in der EU, sämtliche Kundenanrufe aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen über einen Zeitraum von drei Jahren aufzubewahren (Abschnitt 2.6 Seiten 32-38, “MiFID II, Finanzmärkte und Technologie”, 22. Mai 2014).

Davon sind unter anderem Investmentbanken, Portfoliomanager, Börsenmakler, Unternehmen im Bereich Corporate Finance und Warentermingeschäfte, sowie einige Rohstoffunternehmen betroffen. Gleichzeitig steigt auch die Menge der Daten, die auf Unternehmensebene generiert werden. So kann ein typisches Fortune 500-Unternehmen jährlich etliche Petabytes an Informationen erzeugen.

Große Datenmengen fallen täglich an

Etwa 100 E-Mails erhält und sendet jeder Mitarbeiter täglich, und jeder Datenwert landet auf dem Schreibtisch von Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten von Personen. Diese Daten wiederum werden auf transportablen Speichermedien wie USB-Sticks oder CDs, oder auf Backup-Trägern archiviert, kopiert, und wachsen dabei exponentiell an. Das kann im Zuge einer rechtlichen Untersuchung zur Herausforderung, wenn nicht gar zum Problem werden, wenn Unternehmen ihre Datenbestände auf relevante Beweise durchsuchen und prüfen müssen.

Ein prominentes Beispiel der jüngeren Vergangenheit ist die Geldstrafe, die einer großen Finanzorganisation im Jahr 2012 nach Manipulationen des Libor-Zinssatzes von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA zusammen mit Aufsichtsbehörden in den USA und dem Vereinigten Königreich auferlegt wurde. Auch namhafte deutsche Unternehmen wurden bereits auf internationaler Ebene abgestraft. So musste Siemens im Jahr 2008 eine Geldstrafe in Höhe von 800 Millionen US-Dollar an die US-Justizbehörde und die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) wegen Bestechung und versuchter Manipulation von Geschäftsbüchern zahlen.

 

Seite zwei: Audiodaten müssen erfasst und archiviert werden

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Weggebrochen: Großschäden vermasseln Talanx die Bilanz

Hohe Schäden durchkreuzen erneut die Gewinnpläne des Versicherungskonzerns Talanx (HDI). Nachdem im vergangenen Jahr die Hurrikan-Serie in den USA am Gewinn zehrte, waren es diesmal der Zwischenfall bei einem Staudamm-Projekt in Kolumbien und der Zusammenbruch der Autobahnbrücke in Genua.

mehr ...

Immobilien

BGH verhandelt Widerruf von Zustimmung zu Mieterhöhung

Ist eine Mieterhöhung rechtlich mit dem Abschluss eines Handy-Vertrags am Telefon vergleichbar? Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich an diesem Mittwoch mit der Frage, ob ein Mieter seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung widerrufen kann.

mehr ...

Investmentfonds

Dollar hat Leidensweg noch vor sich

Die Eurozone könnte die US-Wirtschaft überholen. Die US-Wirtschaft schwächt sich ab, während sich die Eurozone stabilisiert. Darauf werden auch die Zentralbanken reagieren und somit die Renditen von Staatsanleihen und die Wechselkurse beeinflussen.

mehr ...

Berater

Leadmanagement: Sales und Marketing müssen kooperieren

Kunden nehmen ein Unternehmen immer als Einheit wahr. Abteilungsgrenzen interessieren ihn nicht. Deshalb muss die interne Zusammenarbeit Hand in Hand funktionieren. Isoliert agierende “Silos“ kann man dabei nicht brauchen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...