Anzeige
1. April 2015, 09:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Falschberatung: OLG Düsseldorf nimmt Anleger in die Pflicht

Die Verjährung von Ansprüchen beginnt bereits, wenn mehrere Jahre lang Ausschüttungen prognosewidrig gegen Null tendieren und der Anleger den Ursachen dieser Entwicklung nicht nachgeht. Dies sei “grob fahrlässig”, so das OLG Düsseldorf in einem aktuellen Urteil zur Falschberatung.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

Falschberatung

Das OLG führt aus, dass es den Anlegern spätestens ab 2007 zuzumuten gewesen sei, die Beklagten in Anspruch zu nehmen, weil dann klar gewesen wäre, dass die Empfehlung der Fondsbeteiligung als sichere Altersvorsorge eine Beratungspflichtverletzung war.

Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung verjähren nach den allgemeinen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) in zehn Jahren berechnet ab Zeichnung beziehungsweise in drei Jahren, beginnend mit dem Schluss des Jahres, in denen der Anleger Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen hatten.

Ausschüttungen wurden immer geringer

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat in seinem Urteil vom 6. November 2014 (Az.: 16 U 19/14) mit einer sehr lebensnahen Begründung Verjährung angenommen, wenn über mehrere Jahre hinweg Ausschüttungen prognosewidrig gegen Null tendieren und der Anleger dem Ausmaß und den Ursachen dieser Entwicklung nicht nachgeht.

Demnach wurden in den ersten Jahren nach Zeichnung noch Ausschüttungen vorgenommen. Diese nahmen im Laufe der Jahre allerdings stetig ab.

Von 2002 bis 2007 wurden Ausschüttungen von unter einem Prozent vorgenommen und ab 2008 erhielten die Anleger gar keine Ausschüttungen mehr.

Anleger sollte “drastischer Entwicklung” nachgehen

„In einer Situation, in der über mehrere Jahre zum Einen die Ausschüttungen prognosewidrig gegen Null tendierten und zum Anderen die Klägerin und der Drittwiderbeklagte von dem D… hierzu keinerlei Erläuterungen oder sonstige Lebenszeichen erhielten, wäre von ihnen zu erwarten gewesen, dass sie dem Ausmaß und den Ursachen dieser drastischen Entwicklung nachgehen. Dies nicht zu tun, war grob fahrlässig“, so das OLG in seiner Urteilsbegründung.

Seite zwei: Untätigkeit des Anlegers nicht nachvollziehbar

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Generali: “Drei Geschäftsfelder – Drei Marken”

Niedrigzins, Run-off, vertriebliche Neuaufstellung: Im Sommer hat die Generali vier Millionen Lebensversicherungsverträge verkauft. Jetzt wird die Dialog im Markt neu aufgestellt. Cash. sprach mit Dr. David Stachon, Vorstand Digitale und Unabhängige Vertriebe bei der Generali Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Wohn-Riester: Das müssen Sie wissen

Bauherren und Käufer von selbstgenutztem Wohneigentum können sich bei einer Wohn-Riester geförderten Finanzierung oft Vorteile von mehreren Zehntausend Euro sichern. Dennoch lassen immer noch viele die staatliche Unterstützung ungenutzt. Oft aus purer Unwissenheit. Laut aktueller LBS-Riester-Umfrage haben sich mehr als 60 Prozent der Menschen noch nicht mit der Riester-Förderung beschäftigt, mehr als 40 Prozent wissen nicht, ob sie förderberechtigt sind.

mehr ...

Investmentfonds

Ende des Handelskriegs?

China wählt einen ungewöhnlichen Weg, um den Handelsstreit mit den USA zu beenden. Nach Berichten des Nachrichtenportals “Bloomberg” will das Land US-Waren kaufen, um das Defizit auszugleichen. Das Angebot sei bereits von Anfang Januar.

mehr ...

Berater

Recruiting: Mit Jobstory die Richtigen finden

Die Suche nach Mitarbeitern ist nichts anderes als die Suche nach einem Lebenspartner. Wie kann dieses Unterfangen erfolgreich gestaltet werden?

Gastbeitrag von Hans Steup, Versicherungskarrieren

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

BVI: Studie bestätigt Kostentransparenz bei Fonds

Der deutsche Fondsverband BVI bewertet die jüngste ESMA-Studie zu Kosten und Wertentwicklung von Finanzprodukten für Privatanleger positiv.

mehr ...