10. Februar 2015, 10:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Haftungsbeschränkung durch KAGB bei Propektmängeln?

Das KAGB hat nicht nur höhere Anforderungen für Emittenten und Vertriebe gebracht. Eine versteckte Regelung zur Vertriebshaftung könnte sich als echtes Haftungsprivileg erweisen.

Prospekthaftung

“Dies bedeutet im Ergebnis, dass die durch die Verwendung fehlerhafter Unterlagen vermittelte Haftung nur dann eingreift, wenn vorsätzlich gehandelt wurde. Diesen Vorsatz muss im Zweifel der Anleger konkret beweisen.”

Nach dem neuen Paragrafen 306 Abs. 4 KAGB ist zur Übernahme der Haftung für fehlerhafte Prospekte oder mangelhafte sogenannte wesentliche Anlegerinformationen “auch verpflichtet, wer gewerbsmäßig den Verkauf der Anteile der Aktien vermittelt oder die Anteile oder Aktien im fremden Namen verkauft hat”.

Dies betrifft eigentlich einen klassischen Fall der Vertriebshaftung, obwohl diese Vorschrift bei den neuen Regelungen zur Prospekthaftung Niederschlag gefunden hat.

Fehlerhafter Prospekt zentrale Rolle in Haftungsfällen

Wer die Praxis kennt, weiß, dass der vermeintlich oder tatsächlich fehlerhafte Prospekt in Haftungsfällen eine zentrale Rolle spielt.

Zwar wird von Anlegerseite oft behauptet, dass zentraler Gesichtspunkt bei der seinerzeitigen Anlageentscheidung das Streben nach absoluter Sicherheit war, weshalb eine grundsätzlich fehlerhafte Empfehlung vorliege.

Dem wird von Vertriebsseite entgegnet, dass man selbstverständlich im seinerzeitigen Gespräch ständig die Risiken der Anlage betont habe. Mag auch hier die Erinnerung (beiderseits) im Nachhinein etwas verschwimmen oder interessengeleitet sein, so lassen sich doch oft diese typischen Einlassungen im Prozessfall oft wenig belegen oder beweisen.

Prospektinhalte im Fokus

Die ganz überwiegende Zahl der typischen Haftungsfälle reduziert sich dann im Kern auf den Prospektinhalt. Wurde der Prospekt rechtzeitig übergeben, geht es meistens darum, ob er Fehler oder Aufklärungsmängel enthielte und dieser auch vom Vermittler im mündlichen Gespräch nicht korrigiert oder richtiggestellt worden wären.

Die Vermittlerseite kontert, dass der Prospekt selbstverständlich alle Anforderungen erfülle, von Fachleuten geprüft worden sei und – was in der Tat einer inzwischen langjährig gefestigten Rechtsprechung entspricht – der Prospekt als wesentliches Medium zur Aufklärung ausreiche, ohne dass dessen Inhalte nochmals mündlich in aller Breite hätten besprochen werden müssen.

Seite zwei: Prospektfehler führt zu Vertriebshaftung

Weiter lesen: 1 2 3 4

2 Kommentare

  1. Wilfried Petz Per E Mail vom 14.012 45257 Essen
    cp-wp@unitybox-de

    Kommentieren !

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
    was da mit Prospekten geschieht ist zum Teil bekannt. Diese werden nicht nur schlampig zusammengestellt, sondern wohlweislich geschickt in die Verhandlung eingebracht.
    Kann man sich gegen diese Machenschaften nicht zu Wehr setzen,

    Mit freundlichen Grüßen
    Wilfried Petz

    Anlage vom 14.12.2017

    Ihren XING-Kontakten zeigen
    Mehr zum Thema
    Verkaufsprospekt
    Berater
    Recht/Steuern
    Sachwertanlagen
    Startseite
    Kontakt
    10. Februar 2015, 10:26
    Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

    Berater | Recht/Steuern | Sachwertanlagen
    Haftungsbeschränkung durch KAGB bei Propektmängeln?

    Kommentar von Wilfried Petz — 14. Dezember 2017 @ 12:03

  2. Wir haben viel zu viele kleine Gesellschaften am Markt. Die sind nicht in der Lage alleine zu überleben, sollten mit großen fusionieren oder eben das Geschäft einstellen bevor es zu spät ist und ein Imageschaden entsteht weil die Gesellschaft die zugesagte Zahlung nicht leisten kann.

    Kommentar von Jan Lanc — 10. Februar 2015 @ 13:34

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Generali Deutschland und Deutsche Vermögensberatung sind top im Kundenservice

Die Generali Deutschland Versicherung und die AachenMünchener Lebensversicherung sind gemeinsam mit ihrem langjährigen exklusiven Vertriebspartner, der Deutschen Vermögensberatung, die Nummer 1 im erlebten Kundenservice. Das ist das Ergebnis der aktuellen Kundenbefragung „Service Champions“.

mehr ...

Immobilien

Immobilien kommen bei Berliner Winter-Auktionen zum Aufruf

Die Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) lädt am 12. und 13. Dezember 2019 zu ihren Winter-Auktionen ins abba Berlin Hotel ein. Insgesamt 94 Immobilien aus neun Bundesländern kommen mit einer Mindestgebotssumme von rund 12,7 Millionen Euro zum Aufruf. Neben Wohn- und Geschäftshäusern, Eigentumswohnungen und Grundstücken befinden sich auch ausgefallene Immobilien auf der Auktionsliste. Den Schwerpunkt bilden Bahnobjekte.

mehr ...

Investmentfonds

Zinserhöhung in fünf Jahren?

Deutsche Privatanleger stellen sich mittel- bis langfristig auf ein Andauern der Niedrigzinsphase ein und erwarten eine Anhebung der Leitzinsen mehrheitlich erst im Jahr 2025 oder später. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Derivate Verbands in Zusammenarbeit mit mehreren großen Finanzportalen.

mehr ...

Berater

Thomas Haukje neuer BDVM-Präsident

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) hat satzungsgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Auf dem Präsidenten-Posten gab es einen Wechsel.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer Aufsichtsrat für Crowdinvesting-Startup

Die Hamburger KlickOwn AG hat Worna Zohari, ehemals Vorstand des Immobilienunternehmens Gagfah und CEO der BGP Gruppe, als Mitglied des Aufsichtsrates gewonnen. Das Unternehmen plant eine weitere Crowdinvesting-Plattform mit Hilfe der Blockchain-Technologie.

mehr ...

Recht

Wegen Thomas Cook: Bundesrepublik wird verklagt

Im September beantragten der Reiseveranstalter Thomas Cook sowie diverse seiner Tochterunternehmen Insolvenz. Doch das Geld der Versicherung von Thomas Cook wird nicht ausreichen, um alle Betroffenen zu entschädigen. Die Kanzlei Mutschke hat deshalb jetzt im Namen einer Reisenden Klage wegen Staatshaftung gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.

mehr ...