7. September 2016, 08:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Was Banken von Fintechs lernen müssen

Fintechs kapern mit ihren digitalen Finanzangeboten zunehmend das Geschäft der klassischen Bankenbranche. Im Wettbewerb um den Kunden müssen die Banken eine digitale Transformation vornehmen und dazu etablierte Strukturen auflösen. Gastbeitrag von Otto Johannsen, Fidis

Was Banken von Fintechs lernen müssen

Fintechs erobern mit ihren digitalen Finanzangeboten zunehmend das Geschäft der klassischen Bankenbranche.

Ein Konto eröffnen, einen Kredit beantragen, Fonds einkaufen: Das kann man heute alles bequem in wenigen Minuten vom Sofa aus erledigen. Möglich machen das sogenannte Fintechs. Die jungen Technologieunternehmen digitalisieren die klassischen Finanzdienstleistungen und stellen sie online zur Verfügung.

Was früher umständlich über mehrere Tage oder Wochen hinweg bei Banken und Sparkassen zum Teil manuell abgewickelt werden musste, lässt sich heute per Mausklick erledigen. Die Bankenbranche wird durch diese Entwicklung enorm unter Druck gesetzt. Sie hat den Digitalisierungstrend schlichtweg verschlafen.

Paypal war nur der Anfang

Bereits zu Beginn des Internet-Zeitalters überließen sie die Online-Bezahlung dem Unternehmen Paypal, anstatt ein eigenes Angebot zu entwickeln. Mit Paydirekt reagieren Banken und Sparkassen jetzt – das Angebot kommt aber deutlich zu spät. Paypal hat sich längst als Standard für die Online-Bezahlung etabliert. Und das hat gravierende Folgen: Denn die Bank selbst ist nur noch im Hintergrund an der Transaktion beteiligt.

Sie hat damit keinen direkten Zugriff mehr auf die Kunden, kann die Markenbindung nicht festigen und nicht auf ihre Produkte und Dienstleistungen hinweisen. Paypal war aber nur der Anfang. Fast täglich kommen heute neue mobile oder webbasierte Angebote hinzu: Von der Kontoverwaltung über die Kreditvergabe bis zur Anlageberatung greifen Fintechs tief in das Stammgeschäft von Banken und Sparkassen ein.

Boom der Fintech-Start-ups

Das Wachstum der Branche ist enorm. Weltweit lagen die Investitionen in Fintech-Start-ups im vergangenen Jahr bei acht Milliarden US-Dollar – und haben sich damit gegenüber 2014 fast verdoppelt. Vor allem der europäische Markt wächst rasant. Junge, schnell gewachsene Unternehmen – wie TransferWise, Funding Circle, number26 oder Kreditech – setzen jetzt alles daran, von der neu gewonnen Größe zu profitieren und den etablierten Banken weitere Marktanteile wegzunehmen.

Doch wie können Banken auf diesen Trend reagieren? Einig sind sich alle: Die großen Bankhäuser haben eine zeitgemäße Kundeninteraktion in den letzten Jahren vernachlässigt. Immer weniger Menschen gehen in eine Bankfiliale. In der digitalen Welt haben die traditionellen Geldinstitute außer Online-Banking nicht viel zu bieten.

Seite zwei: An nicht-digitalisierten Schnittstellen geht Effizienz verloren

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur und HM Trust unterzeichnen UNPRI

Die HanseMerkur und ihre Asset Management-Tochter HM Trust AG haben die sechs Grundsätze der Vereinten Nationen für verantwortliches Investieren, die UN Principles for Responsible Investment, kurz UNPRI, unterzeichnet. Damit verpflichten sich beide Unternehmen zu einem Investitionsverhalten, das der finanziellen Relevanz ökologischer und sozialer Kriterien sowie Fragen einer guten Unternehmensführung Rechnung trägt und den Weg zu einem nachhaltigeren globalen Finanzsystem ebnet.

mehr ...

Immobilien

Homeoffice: Was muss der Vermieter genehmigen?

Wer seine Wohnung zu Wohnzwecken gemietet hat, darf die Räume nicht gewerblich nutzen. Stellt sich die Frage: Gilt die Arbeit im Homeoffice schon als gewerbliche Nutzung? Nicht unbedingt, wie der Deutsche Mieterbund erklärt. Er verweist auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH).

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt neue Nachhaltigkeits-ETF auf Xetra

Amundi, hat auf Xetra acht neue Aktien-ESG-ETFs gelistet und damit das Angebot an nachhaltigen Investments ausgebaut. Alle neuen ETFs werden zu Konditionen ab 0,15 Prozent laufenden Kosten angeboten.

mehr ...

Berater

Neues Zinstief wegen Corona

Die Corona-Krise hat zu einem bisher beispiellosen Einbruch der Wirtschaft in vielen Ländern geführt. Notenbanken haben hierauf mit einer weiteren massiven Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert, um die ökonomischen Folgen der Pandemie abzumildern.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona: Nicht nur Kreuzfahrtschiffe schwer gebeutelt

Wegen der Corona-Krise haben die Reedereien so viele Schiffe stillgelegt wie noch nie. Weltweit seien gegenwärtig 11,3 Prozent der Containerflotte ungenutzt, heißt es in einem internen Bericht des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg.

mehr ...

Recht

“Hate Speech”: Digitalisierung braucht auch Ethik

Hasskommentare, Beleidigungen und kriminelle Drohungen sind im Internet an der Tagesordnung. Mit dem reformierten Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollen sich Nutzer nun besser wehren können. Doch der Staat legt die Beurteilung, was tatsächlich “Hate Speech” ist, in die Hände der Netzwerkbetreiber. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Sascha Hesse

mehr ...