30. August 2016, 09:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

NRW will Erben unterstützen: Milliardensummen auf unbewegten Konten

Nordrhein-Westfalen will das Problem der unbewegten Konten mit schlummerndem Vermögen in einem neuen Anlauf angehen, um Erben zu ihrem Recht zu verhelfen.

NRW will Erben unterstützen: Milliardensummen auf unbewegten Konten

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans will Erben zu ihrem Recht verhelfen.

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, hochgerechnet gehe es um rund zwei Milliarden Euro bundesweit. Vorwiegend habe man es mit Guthaben auf Konten zu tun, deren Inhaber gestorben seien und von denen Erben nichts wüssten. Das Geld bleibe bei den Banken, obwohl diese überhaupt keinen Anspruch darauf hätten.

Länder streben Verbesserungen an

Auch angesichts einer wachsenden Zahl von online geführten Konten werde das Problem noch zunehmen. “Es handelt sich nicht um ein NRW-Phänomen, sondern bestätigt sich auch in anderen Bundesländern.” Eine große Gruppe unter den Ländern strebe Verbesserungen an.

Das Geld stehe den Erben zu, möglicherweise müssten auch Ansprüche von Gläubigern befriedigt werden, hieß es aus dem Düsseldorfer Ministerium. Erst danach könne das Geld der Allgemeinheit zukommen, über den Fiskus. Insgesamt werde aber nicht mit hohen Mehreinnahmen für das Land gerechnet. Walter-Borjans betonte: “Das Geld gehört (…) jemandem. Und der soll es auch kriegen.”

VDEE begrüßte den Vorstoß

Der Verband der Erbenermittler (VDEE) begrüßte den Vorstoß, der für mehr Transparenz und eine stärkere Verpflichtung der Geldinstitute sorgen müsse. Der Bundesverband deutscher Banken erklärte dagegen für die deutsche Kreditwirtschaft, man sehe angesichts einer “bewährten Praxis” keinen Anlass für Veränderungen.

Im nordrhein-westfälischen Landtag wird sich der Haushalts- und Finanzausschuss am kommenden Donnerstag mit dem Thema befassen. In Baden-Würtemberg hatte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) vor wenigen Wochen verlangt, der Staat müsse auf Konten und Guthaben Zugriffsmöglichkeiten bekommen, wenn es keine Besitzer mehr gebe. (dpa-AFX)

Foto: Monika Nonnenmacher

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Munich Re will Gewinn 2019 und 2020 weiter steigern

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn im laufenden Jahr noch etwas höher hinaus. Das kündigte der Dax-Konzern am Dienstag überraschend kurz nach Börsenschluss in München an.

mehr ...

Immobilien

MLP baut Immobiliengeschäft aus

Die MLP Gruppe erwirbt 75,1 Prozent an der Deutschland Immobilien Gruppe. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von MLP im unteren zweistelligen Millionenbereich und setzt sich zusammen aus einem Initialkaufpreis und einer erfolgsabhängigen Kaufpreiskomponente, die an die Geschäftsentwicklung von 2019 bis 2021 gekoppelt ist. 

mehr ...

Investmentfonds

Keine Angst vor “Fallen Angels”

Zwar ist die Anzahl der mit BBB bewerteten Unternehmensanleihen inzwischen auf über 50 Prozent des gesamten Investment Grade-Marktes gestiegen, doch ob es im breiteren Anleihemarkt zu einem erhöhten Volumen an “Fallen Angels”-Unternehmen kommen wird ist eher fraglich. Eher sorgen sollten sich Anleger um die Schulden Italiens. Ein Kommentar von Debbie King, Kames Capital

mehr ...

Berater

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...

Sachwertanlagen

Emissionshaus UDI geht in die Offensive

In einem außergewöhnlich langen, selbst verbreiteten Interview verteidigt der neue Chef des Emissionshauses UDI aus Nürnberg unter anderem die „Quersubventionierung“ von Geschäftsbereichen und kündigt ehrgeizige Ziele an.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...