15. September 2016, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Ein Family Office muss eigenständig und unabhängig sein”

Der Verband unabhängiger Family Offices (Vufo) hat sich im Oktober 2014 gegründet. Der Vorsitzende des Vufo und geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Family Offices WSH Deutsche Vermögenstreuhand, Christoph Weber, sprach mit Cash. über die Vorgaben und Ziele des Verbands.

Ein Family Office muss eigenständig und unabhängig sein

Christoph Weber: “Ein Family Office sollte ausschließlich durch die betreuten Familien vergütet werden.”

Cash.: Wie viele Mitglieder hat der Vufo heute?

Weber: Zu Beginn letzten Jahres haben die Gründungsmitglieder damit begonnen, sukzessive mit befreundeten Family Offices über die Existenz und Arbeit des Verbandes zu sprechen. Die Resonanz war sehr positiv, obwohl wir ja – dem Diskretionsbedürfnis unserer Mitglieder folgend – in unserem Außenauftritt sehr zurückhaltend sind.

Wir sind kontinuierlich gewachsen und werden unsere Zielgröße von 30 Mitgliedern zum Ende dieses Jahres sicherlich übertreffen. Wir setzen ganz bewusst nicht auf Quantität der Mitgliedszahlen, sondern auf die Qualität der Beziehungen zu Mitstreitern, die sich mit unseren Grundprinzipien identifizieren und sich für die Kultur eines interessenkonfliktfreien Family Offices in Deutschland einsetzen.

Welche Vorgaben müssen Verbandsmitglieder erfüllen?

Die Vorgaben ergeben sich aus der für den Verein verbindlich festgelegten Definition der Institution “Family Office” und einem daraus abgeleiteten Katalog institutionsbezogener Merkmale/Eigenschaften eines Family Offices, deren vollständige Erfüllung zwingende Voraussetzung für die Aufnahme eines Antragstellers als ordentliches Mitglied im Vufo ist. So muss das Family Office insbesondere eigenständig und unabhängig sein.

Das sind Gesellschaften, die den betreuten Familien gehören oder zumindest inhabergeführt sind. Die Beteiligung beispielsweise einer Bank oder eines Vermögensverwalters ist ausgeschlossen. Soweit es sich nicht um ein Single Family Office handelt, erwarten wir einen Gesamtvermögensfokus und eine Kompetenz in allen Assetklassen. Das Family Office sollte eine reine Überwachungs- und Koordinationsfunktion ausüben, nicht aber selbst operativ beispielsweise vermögensverwaltend tätig sein.

Hier würden wir ansonsten eine Interessenkonfliktsituation bei einem Multi Family Office sehen. Weiterhin sollte das Family Office ausschließlich durch die betreuten Familien vergütet werden. Die Generierung von Provisionseinkünften oder Vermittlungsvergütungen schließen sich nach unserem Verständnis eines interessenkonfliktfreien Family Offices aus. Selbst wenn die genannten nicht alle Mitgliedschaftskriterien sind, so ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass die meisten unserer Mitglieder Single Family Offices sind.

Haben Sie bereits Mitgliedsanträge abgelehnt?

Ja, Ablehnungen hat es bereits vereinzelt gegeben. Die betreffenden Antragsteller konnten uns nicht davon überzeugen, dass sie ihre Familien tatsächlich interessenkonfliktfrei betreuen, beispielsweise dadurch, dass sie Vermögensverwaltungs-leistungen und eigene Investmentfonds anboten.

Seite zwei: “Bafin hat kein klares Bild

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verbraucher wissen kaum, was Beratung kostet

Nur wenige Verbraucher kennen die tatsächlichen Kosten bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Gleichzeitig sind Nettoversicherungen als Alternative zu Provisionstarifen immer noch nicht in der Breite bekannt. Viele Kunden wissen nicht, ob sie diese Produkte bei ihrem Finanzberater oder ihrer Versicherungsgesellschaft abschließen können.

mehr ...

Immobilien

Senioren-Immobilien: Betreiber erobern den Markt zurück

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat sich am Markt für Senioren-Immobilien der Trend des letzten Jahres weiter verfestigt: Die Übernahmen von Betreibergesellschaften durch Private Equity-Gesellschaften sind deutlich zurückgegangen, die Zahl der Betreiber-Transaktionen ist stark gestiegen.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...