Fintechs: Weltweite Investitionen auf Rekordhoch

Im ersten Quartal 2016 haben Fintechs weltweit deutlich mehr Geld eingesammelt als in den drei Monaten zuvor. Das geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens KPMG hervor. Auch die Anzahl der Investments ist demnach gestiegen.

Fintech-Investitionen
Die Anzahl und die Summe der weltweiten Investitionen in Fintechs hat im ersten Quartal dieses Jahres ein neues Rekordhoch erreicht.

Im Vergleich zum vierten Quartal 2015 ist die Zahl der Investments in Fintechs um 39 Prozent von 336 auf 468 gestiegen. Dabei wurden insgesamt 5,7 Milliarden US-Dollar in die Start-ups aus dem Finanzdienstleistungssektor investiert (viertes Quartal 2015: 3,1 Milliarden US-Dollar). Das sind die Ergebnisse der Studie „The Pulse of Fintech, Q1 2016“, für die KPMG gemeinsam mit CB Insights weltweite Investitionen in Fintechs analysiert hat.

86 Prozent der Investitionen in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar stammen demnach von Venture Capital-Unternehmen. In Deutschland habe sich die Zahl der Investments im selben Zeitraum von sieben auf 14 verdoppelt. Die Investitionssumme hat sich gleichzeitig von 10,1 Millionen auf 106,6 Millionen US-Dollar verzehnfacht.

China im Fintech-Fieber

Laut der Analyse stammen die beiden größten Fintech-Deals im ersten Quartal aus China. Lu.com (1,2 Milliarden US-Dollar) und JD Finance (1 Milliarden US-Dollar) sind demnach für fast die Hälfte aller Venture Capital-Investitionen in Fintechs verantwortlich. Die Studienautoren erwarten zudem, dass China seine Spitzenposition bei den Fintech-Investitionen noch ausbauen wird. Das zeige eine im April bekanntgegebene Finanzierungsrunde in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar für den Zahlungsanbieter Ant Financial.

Auch Geldinstitute zeigen immer mehr Interesse an den Start-ups. Große Banken haben laut der Studie seit Anfang 2015 über entsprechende Corporate-Venture-Einheiten bereits in 43 Fintechs investiert. Am stärksten engagieren sich demnach Goldman Sachs (neun Beteiligungen), Citigroup und Banco Santander (jeweils sieben) und Mitsubishi UFJ Financial Group (drei Investments).

Robo-Advisors gewinnen an Momentum

„Banken und andere Finanzdienstleister setzen zunehmend auf Kooperation statt Konfrontation mit den neuen Wettbewerbern. Doch sowohl untereinander als auch mit Unternehmen anderer Branchen arbeiten Fintechs vermehrt zusammen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen. Hier spielen Start-ups, Banken und IT-Anbieter zusammen“, kommentiert KPMG-Partner Sven Korschinowski.

Auch im Segment der „Robo-Advisors“beobachten die Studienautoren deutliche Bewegungen. „Ein prominentes Beispiel hierfür die jüngste 100 Millionen Dollar-Investition in das US-Fintech Betterment. In Europa und Asien befinden sich Robo-Advisors – verglichen mit den USA – noch in der Frühphase der Entwicklung“, so Korschinowski.

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Gleichzeitig seien diese Unternehmen bereits dabei, ihre Angebotspalette über die reine Portfoliogestaltung hinaus deutlich zu erweitern. Mit zunehmender Reife dürfte nach Ansicht des Experten auch dieser Fintech-Bereich noch ein weiteres massives Wachstum erleben. (jb)

Foto: Shutterstock

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