30. März 2016, 10:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Frauen sichern eher Existenzrisiken ab als Männer”

Barbara Rojahn ist unabhängige Finanzberaterin und führt das Stuttgarter Beratungsunternehmen FrauenFinanzBeratung. Mit Cash. hat sie über Chancengleichheit in der Finanzbranche und die Bedürfnisse weiblicher Kunden gesprochen.

Frauen Finanzen

Barbara Rojahn: “Viele Männer sind einfach mutiger bei der Anlage ihres Geldes, deutlich renditeorientierter. Das Bedürfnis nach Sicherheit spiegelt sich auch in der Absicherung von Berufsunfähigkeit und Pflege wider.”

Cash.: Warum haben Sie sich für eine Tätigkeit in der Finanzbranche entschieden?

Rojahn: Nach dem Studium der Volkswirtschaft entschied ich mich für das Traineeprogramm bei einer deutschen Großbank, weil mir die Themen Geld und Währungspolitik sowie internationale wirtschaftliche Verflechtungen während des Studiums viel Spaß bereitet hatten. Nach dem Erlebnis als Quotenfrau im Investmentbanking unternahm ich einen mehrjährigen Ausflug ins Marketing und den Vertrieb in der Konsumgüterindustrie. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Nach der Geburt von drei Kindern wollte ich wieder ins richtige Berufsleben zurückkehren und ließ mich 1992 als Finanzberaterin bei der IHK ausbilden. Anschließend startete ich sofort in die Selbstständigkeit. Meine damalige Mentorin Svea Kuschel motivierte mich, das Thema “Beratung von Frauen für Frauen” in den Focus zu nehmen. Diese Entscheidung empfand ich als spannend und mutig, habe sie aber keinen Tag bereut. Im Gegenteil: mein Beruf bereitet mir jeden Tag große Freude.

Haben Männer und Frauen die gleichen Chancen, in der Branche Karriere zu machen?

Theoretisch ja. Aber praktisch sieht das anders aus und da unterscheidet sich unsere Branche nicht von anderen Branchen in Deutschland. Die entscheidenden Unterschiede liegen in der Bereitschaft zu Stress, Leistungsdruck sowie beim Spagat beziehungsweise Konflikt zwischen Familie und Beruf. Wenn sich eine Frau für Familie und Kinder entscheidet, geht die Karriere nur in seltenen Fällen reibungslos weiter. Karriere in Teilzeit ist in Deutschland kaum möglich, und beim späteren Einstieg in die Vollzeit ist der Zug oft abgefahren, weil viele Männer in der gleichen Zeit mehr Berufserfahrung gesammelt haben und ihre Karriere vorbereiten beziehungsweise fortsetzen konnten. Elternzeit und Teilzeit sind für Angestellte “Karrierekiller”. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen. Ich kann nur jeder Frau, die einmal “weiterkommen” möchte, raten, keine großen Kinderpausen einzulegen. Der Weg in die Selbstständigkeit und der Aufbau eines eigenen Unternehmens ist eine gute Alternative, die einerseits mehr Flexibilität bietet, aber andererseits ein Höchstmaß an Enthusiasmus und Disziplin erfordert, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Frauen sind bereit, sich voll einzubringen und viel zu leisten, aber eben zu ihren Bedingungen.

Seite zwei: Beraten Frauen anders als Männer?

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...