Postbank-Chef Strauß zu Strafzinsen: ‚Man darf niemals nie sagen‘

Über kurz oder lang könnten auch auf Durchschnitts-Sparer Strafzinsen zukommen. Das räumte Postbank-Chef Frank Strauß auf einer Branchentagung in Frankfurt ein.

Frank-Strauss-Ppostbank
Frank Strauß: „Man darf im aktuellen Umfeld niemals nie sagen.“

„Ich glaube, dass für den normalen Girokontenkunden, für den normalen Sparkunden negative Zinsen Konsequenzen haben werden, die wir alle nicht wollen“, sagte Postbank-Chef Frank Strauß am Donnerstag in Frankfurt. „Aber man darf in dem aktuellen Umfeld niemals nie sagen.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Geschäftsbanken inzwischen 0,4 Prozent Strafzinsen, wenn diese Geld über Nacht bei der Notenbank parken. Schon seit längerem geben etliche Banken die Kosten dafür an institutionelle Investoren wie Fonds und Versicherungen weiter.

Das Gros der Privatkunden bleibt bisher verschont, nur einzelne Institute – etwa die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee – verlangen von reichen Sparern Strafzinsen. Allerdings müssen Privatkunden in vielen Fällen höhere Gebühren zahlen etwa für Überweisungen oder Bankkarten.

Viele Kunden der Postbank müssen ab 1. November Geld für ihr Girokonto bezahlen. Strauß berichtete, die Ankündigung des neuen Preismodells vor zwei Wochen werde von vielen Kunden mit Verständnis aufgenommen: „Wir haben in den letzten zwei Wochen mehr Absatz gemacht als in den Monaten zuvor.“ (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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