Das war das Jahr der „Berater-Apps“

Das erste Jahr mit den „Berater-Apps“ liegt hinter uns. Zeit für ein Fazit. Von der anfänglichen Aufregung ist viel verschwunden, aus den Berater-Apps sind „digitale Makler“ geworden. Entgegen mancher Vermutung, oder auch Hoffnung, haben sie den Markt weit weniger durcheinander gewirbelt.

 Die Haff-Kolumne

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„Ich bezweifle, dass wir die Killer-App schon gesehen haben. Das Hin- und Herschieben von Verträgen ist auch nicht das Geschäftsmodell der Zukunft.“

Eines der großen Versprechen war der Zugriff auf alle Dokumente und Vertragsunterlagen an einem zentralen Ort. Die App sollte zum Versicherungsordner für die Hosentasche werden. Im besten Fall mit automatischer Vertragsoptimierung.

Dies funktioniert meist weitaus undigitaler als gewünscht. Da es oft Informationen elektronisch nicht gibt, ist vielerorts das Abtippen von Vertragsinformationen per Hand angesagt. Glücklich darf sich schätzen, wer einen guten Innendienst hierfür hat.

Lücken im Versicherungsordner: Datenaustausch ist schwierig

Schlimmer noch: Manch ein Versicherer zeigt die kalte Schulter, wenn es darum geht, Policen zur Verfügung zu stellen. Während der Kunde darauf wartet, dass seine Verträge in der App ankommen, läuft im Hintergrund der Kampf um die Daten.

Der Versicherungsordner bleibt lückenhaft. Ganz zu schweigen davon, dass die Optimierungsberatung qualitative Daten benötigt, also die Leistungsaussagen, die sich in den Bedingungen verbergen. Für deren Austausch gibt es keinen Standard.

Weit weg von „Plattform“: Apps sind ein Vertriebskanal

Berater-Apps versprachen auch hier Lösungen, sie wollten neue Technologie vorwärts bringen. Statt neue Plattformen zu werden, haben sie sich den Rahmenbedingungen angepasst, wurden zu digitalen Maklern.

Der einige Zeit oft gehörte Begriff „Bestandsräuber“ macht das Ziel deutlich: möglichst viele Verträge in den Bestand holen. Angebote von Pools wie „simplr“ oder „allesmeins“ haben hier ein Gegengewicht geschaffen.

Seite zwei: Noch keine „Killer-App“

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