21. Dezember 2016, 13:00
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Digitale Versicherer: Es wird wenig neu erfunden

Eine neue Gründungswelle ist losgebrochen: Die digitalen Versicherer wollen den Markt erobern. Die Versprechungen (und Hoffnungen) sind immer gleich: mit Innovation, Disruption und Digitalisierung die Branche auf den Kopf stellen. Das Ziel ist, die alten Versicherer überflüssig zu machen. Die Haff-Kolumne

Digitale Versicherer: Es wird wenig neu erfunden

“Viel Neues ist bislang nicht entstanden. Wirklich viel lässt sich auch nicht mehr neu erfinden.”

Die Hürden durch regulatorische und gesetzliche Vorgaben wollen sie auch gleich überwinden. Das Geheimrezept dafür soll die Neuerfindung der Versicherung sein.

Produkte können aber nicht einfach ausgewürfelt werden. Und das ist auch gut so. Es stimmt: Klare Spielregeln, Vorgaben und hohe Anforderung an das Berichtswesen sind bürokratisch und grenzen ein.

Sie sind trotzdem notwendig, denn Versicherer müssen im Schadenfall ihr Kundenversprechen einlösen können. Das Vertrauensprodukt Versicherung ist weder Lotto noch Glücksspiel. Das gilt auch für alle Innovationen.

“Alles online” ist die Devise

Trotz aller Neuartigkeit: Anbieter wie Oscar und Ottonova (Krankenversicherung) oder Lemonade (Hausrat) tummeln sich in etablierten Sparten und beschäftigen sich mit altbekannten Aufgaben. Viel dreht sich um Vertrieb und Kundenkontakt. Kommunikation soll am besten nur noch per App geführt werden.

Durch verbesserte Prozesse sollen Einsparungen möglich werden. Das verspricht schnelle Erfolge. Die sucht man auch im Vertrieb. “Alles online” ist die Devise, der Makler oder Vertreter gilt als unnötiger Kostentreiber.

Auch dieses Konzept nicht neu. Es ist Direktversicherung im Stil der “alten Welt”. Der größte Irrtum ist dabei die Annahme, dass Online-Vertrieb günstig ist.

Seite zwei: Auch Online-Vertrieb kostet Geld

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2 Kommentare

  1. Ich stimme Herrn Strassnig zu. Online ist clever , ich habe damit die Versicherungsvertreter ausgetrickst. Die verdienen jetzt nix an mir. ABER : erstens stimmt das nicht und zweitens kann jeder Vermittler z. Bsp. mit der Seite http://www.alltest.de Geld daran verdienen, wenn er sich dort als Vermittler anmeldet. Jetzt verdient der Makler genausoviel wie sonst, nur fast ohne Arbeit und möglicherweise mit reduzierter Haftung.
    Die Kolumne finde ich treffend von Herrn Haff ( alter Wein in neuen Schläuchen )

    Kommentar von Bernd Plitschuweit — 22. Dezember 2016 @ 12:21

  2. Wenn alles so einfach wäre, weshalb gibt es viele Gerichtsurteile, die ein nicht genau erklärtes Detail als Unrechtsmässig feststellen.
    Wie passt das zusammen. Hier ist der “dumme naive” Kunde der dringend vom Gesetz und den Verbraucherschützern an die Hand genommen werden muß,im Netz voll mündig und die Regeln werden extrem gelockert. Der Kunde kann ja alles lesen. Ob er das in der breiten Masse tut und den Inhalt zu 100% versteht ist wohl eher
    nur für Beamte und Verbraucherschützer logisch.
    Das selbst Profis mit gutem Fachwissen nicht immer zu 100% den “Besten” definieren können, ist bei Direktabschlüssen von Laien, alles unwichtig. Die Gefahr in der Überschätzung der eigenen Cleverness ein völlig falsches Produkt zu wählen, ist wohl extrem hoch.
    Gerade der Makler, der von allen Seiten,Mails, Fachzeitschriften, Webinaren und Messen durchaus in der Breite wirklich informiert ist und sich mit Fragen wie: zu wem passt welches Produkt, sind die Regeln des Versicherers o.k., wie ist die Qualität der aktuellen Schadensbearbeitung, hat das Unternehmen Zukunftschancen usw. Alles dies wird sehr oft auch kontrovers diskutiert und keineswegs die Aussage eines Unternehmens blind übernommen.
    Diese Vorgänge und das Resummee daraus erledigt der Laie ganz schnell mit einem Klick, weil es ja so unheimlich clever ist…….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 22. Dezember 2016 @ 08:37

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