Infinus-Prozess: Heute Urteilsverkündung in Dresden

Nach zwei Jahren und knapp acht Monaten geht der Prozess um den ehemaligen Dresdner Finanzdienstleister Infinus AG zu Ende. In einem der größten Wirtschaftsstrafverfahren Deutschlands will das Landgericht am Montag (13.00 Uhr) die Urteile für die sechs Angeklagten verkünden.

Die Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen zwischen vier Jahren und zehn Monaten sowie acht Jahren, die Verteidigung Freisprüche.

Der Gründer des Mutterkonzerns Future Business (Fubus) und Ex-Infinus-Boss sowie vier ehemalige Manager sind wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrugs angeklagt, ein weiterer Ex-Mitarbeiter wegen Beihilfe.

Der Prozess hatte Mitte November 2015 begonnen. Der Anklage nach haben die Männer ein „Schneeballsystem“ betrieben, Nachrangdarlehen und Orderschuldverschreibungen mit zu hohen Renditeversprechen gehandelt und etwa 22.000 Anleger um rund 312 Millionen Euro betrogen. Die Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen zwischen vier Jahren und zehn Monaten sowie acht Jahren, die Verteidigung Freisprüche.

Wieder auf freiem Fuß

Ein Hinweis der Bundesbank und der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin hatte die Ermittlungen zu Infinus Mitte 2012 ins Rollen gebracht, Ende 2013 klickten dann die Handschellen. Bei einer Razzia waren Villen, Luxuswagen und anderes Vermögen der Beschuldigten beschlagnahmt worden. Seit Herbst 2016 sind alle Angeklagten wieder auf freiem Fuß, gegen Kaution oder unter Auflagen. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

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