9. August 2019, 10:33
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Beim Kunden punkten

Achtung: Die entsprechenden Zusatzversicherungen wie Todesfallschutz oder Berufsunfähigkeitsversicherung sind mit dem Widerruf unweigerlich dahin. Es entsteht eine gefährliche Deckungslücke. Mit dieser Rückabwicklung bringen sich Versicherte um die Möglichkeit, den Ansparvorgang bis zum Vertragsende steuerfrei fortzusetzen. In vergleichbarer Weise privilegierte Anlageprodukte sind heute nicht mehr erhältlich. Nur wer dringend Geld benötigt, sollte derartige Lebensversicherungen vorzeitig beenden.

Wenn beim Widerruf alles nicht so läuft wie versprochen, schadet das dem Ruf des Versicherungsmaklers. Neben den Abzügen sind das die Gerichtsprozesse mit dem Versicherer, die bis zu drei Jahre dauern. Unter den Kunden befinden sich oft Freunde, Nachbarn und Bekannte, sodass der Ärger darüber im unmittelbaren sozialen Umfeld zu spüren ist.

Neben dem finanziellen Mehrwert ist vor allem die Zeit entscheidender Faktor bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrages – denn wer das Geld zur Ablösung eines Kredites oder für die dringende Anschaffung eines neuen Autos benötigt, kann meist nicht warten. Der Verkauf der Lebensversicherung bewegt sich in der Regel innerhalb der normalen Kündigungsfristen von drei bis fünf Wochen. Dabei erhält der Versicherte einen sicheren Mehrwert gegenüber der Kündigung, in der Regel zwischen zwei und fünfProzent und sichert seinen Hinterbliebenen dazu einen Rest-Todesfallschutz.

Vorsicht vor unseriösen Anbietern: Mehr als verdächtig sind beispielsweise Fälle, die dem Vermittler 15 Prozent Provision (von der Verkaufssumme) versprechen und gleichzeitig die Auszahlung an den Kunden über sechs Jahre strecken. In einem aktuellen Fall (OLG Dresden, Az. 4 U 942/17, 29. Februar 2019) ist der Aufkäufer in die Insolvenz und der Vermittler muss dafür geradestehen, denn letzten Endes haften Vermittler für die Seriosität der vermittelten Angebote.

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