21. März 2019, 09:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kontroverse zu Banken-Fusionsgesprächen erwartet

Die Aussicht auf eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank dürfte bei den Aufsichtsratssitzungen der Institute für Zündstoff sorgen. Die Gewerkschaft Verdi bekräftigte vor den beiden Treffen am Donnerstag ihre Ablehnung eines Zusammenschlusses.

118326261 in Kontroverse zu Banken-Fusionsgesprächen erwartet

Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Banken bei der Gewerkschaft Verdi

“Wir werden die Kritik bei den Sitzungen der Kontrollgremien von Commerzbank und Deutscher Bank zur Sprache bringen”, sagte Verdi-Bankenexperte Jan Duscheck der Deutschen Presse-Agentur. Deutsche Bank und Commerzbank hatten am Sonntag nach monatelangen Spekulationen die Aufnahme von Gespräche angekündigt. Sie betonten zugleich, dass eine Fusion keine ausgemachte Sache sei.

Der Gewerkschafter Duscheck sagte: “Ich glaube nicht, dass Vorstand und Aufsichtsrat grundsätzlich gut beraten wären, einen Zusammenschluss gegen den Widerstand der Arbeitnehmer durchzusetzen.” Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Integration der Postbank in den Deutsche-Bank-Konzern, “bei der noch viele Maßnahmen anstehen, denen Betriebsräte und Verdi zustimmen müssen”. Die Gewerkschaft befürchtet im Fall einer Fusion den Verlust von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. Ende 2018 beschäftigten beide Institute zusammen gut 133.000 Vollzeitkräfte.

Auch Finanzprofis skeptisch

Befürworter eines Zusammengehens glauben, dass die Banken nur gemeinsam stark genug wären, um sich gegenüber der weltweiten Konkurrenz zu behaupten. Manche Finanzprofis sind allerdings skeptisch. “Die Chancen, dass beide Banken eine bessere neue Einheit bilden können, sind gering – die bestehenden Ertragsprobleme lassen sich so kaum lösen”, sagte Michael Hünseler, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Assenagon. Zudem werde ein Zusammenschluss auf absehbare Zeit wichtige Ressourcen bei Mitarbeitern und beim Management der Institute binden und so möglicherweise die Ertragskraft weiter schwächen.

Positiv könnten aus Hünselers Sicht unter anderem Größenvorteile im Privatkundengeschäft sein. Insgesamt bewerte er eine Fusion “jedoch als nicht zielführend, nicht zuletzt auch aufgrund komplexer Bewertungs- und Bilanzierungsfragen sowie gravierender Unterschiede in der Unternehmenskultur.” (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Von wegen sicher: Rentenniveau sinkt auf 43 Prozent

Der Staat pumpt immer mehr Steuerzuschüsse in die gesetzliche Rente. Ohne eine Reform wird Rentennivau bis 2045 auf 43 Prozent sinken. Und der Beitrag auf 23 Prozent steigen. Eine Regierungsantwort gibt Einblick in die Berechnungsgrundlagen der Rentenkommission.

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe verwirft Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag von Vermietern gegen den Berliner Mietendeckel als unzulässig verworfen. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei verfrüht, entschied die 3. Kammer des Ersten Senats in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss (1BvQ 12/20).

mehr ...

Investmentfonds

Finanzberatung: Jetzt die Weichen für die Zukunft richtig stellen

Von der Regulierung über das Niedrigzinsumfeld und dem Kostendruck bis zur Digitalisierung – die Branche der Finanzberatung hat derzeit mit einigem Gegenwind zu kämpfen. Doch wer die Weichen richtig stellt, dem bietet dieser Wandel auch Chancen. Ein Gastbeitrag von Markus Weis, Vanguard

mehr ...

Berater

Eine Beschwerde? Bitte her damit!“

Kundenbindung: Eine Beschwerde ist für ein Unternehmen fast schon ein Glücksfall, um Kunden zu begeistern und zu binden. Darum sollte es dem verärgerten Kunden so leicht wie möglich gemacht werden, sich zu beschweren. Ein Beitrag von Führungskräftecoach Dr. Bernd M. Wittschier

mehr ...

Sachwertanlagen

Bafin-Präsident Hufeld: „Wir betrachten einzelne Risikotreiber genauer“

Felix Hufeld, EZB-Aufsichtsratsmitglied und Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, spricht über die hochrangige Überprüfung des Kernaufsichtsprozesses, die Bedeutung des ICAAP, digitale Entwicklungen und andere Finanzdienstleistungen.

mehr ...

Recht

Wo die Liebe hinfällt: Liebesbeziehungen unter Kollegen

Wer sich am Arbeitsplatz in einen Kollegen verliebt, darf das in Deutschland ganz offiziell tun und es sogar zeigen. Denn für private Liebesbeziehungen – auch wenn sie im Büro ihren Anfang genommen haben – gilt ein garantiertes Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Doch auch wenn es so im Grundgesetz steht, kann Liebe unter Kollegen durchaus tückisch sein und zu Problemen führen. Vor allem, wenn es sich ausgeturtelt hat. Ein rechtlichen Leitfaden über goes and no goes einer Büroliebe hat die Arag pünktlich zum Valentinstag zusammengestellt.

mehr ...