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14. Januar 2019, 11:42
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Provisionsverbot: Felix Hufeld hat recht

Der Chef der Finanzaufsicht BaFin hat einem Provisionsverbot unlängst eine mehr als deutliche Absage erteilt. Mit einem “Positionspapier” reagiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) nun offenbar darauf.

Loewer-003-Cash-Format in Provisionsverbot: Felix Hufeld hat recht

“Die Positionen der BaFin und des VZBV sind diametral entgegengesetzt.”

Acht Seiten umfasst das Papier, das die Verbraucherschützer mit der Ankündigung „vzbv räumt mit Fehldarstellungen um Provisionsverbot für Finanzanlageberatung auf“ in der vergangenen Woche veröffentlicht haben. Es ist überschrieben mit: „Europäische Provisionsverbote und deutsche Fehldarstellungen“.

Damit reagiert der VZBV offenbar auf ein Interview, das der „Spiegel“ anlässlich der Causa P&R mit BaFin-Präsident Felix Hufeld geführt und zwischen Weihnachten und Neujahr veröffentlicht hat. Cash.Online hat bereits darüber berichtet.

BaFin-Chef: “Träum weiter”

Hufeld wird in dem VZBV-Papier zwar nicht erwähnt, ist aber wohl der Auslöser. Denn der deutsche Chefaufseher hatte in dem Spiegel-Interview ein Provisionsverbot überraschend deutlich abgelehnt und dabei vor allem auf schlechte Erfahrungen aus Großbritannien verwiesen.

„Ich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn manche Lobbyisten die Beratung auf Honorarbasis als Lösung aller Probleme hinstellen“, so Hufeld in dem Spiegel-Interview. Das wird die Verbraucherschützer, die mit „manche Lobbyisten“ wahrscheinlich gemeint sind oder sich jedenfalls angesprochen fühlen dürfen, mächtig gewurmt haben.

„Wer den Provisionsvertrieb als Hort des Bösen betrachtet und Honorarberater als die besseren Menschen, dem kann ich nur sagen: Träum weiter“, so die für einen Behörden-Chef recht plakative Einlassung des BaFin-Präsidenten. Das ist noch nicht alles.

Seite 2: „Sozialpolitische Verwerfungen“

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1 Kommentar

  1. Ein Provisionsverbot hin zu einer Honorarberatung würde zu einer 3-Klassengesellschaft führen.
    Geringverdiener könnten sich eine Beratung nicht leisten. Man denke nur einmal, bei der
    Haftpflichtberatung würde ein Beratungshonorar von 250 Euro anfallen, dann würde insbesondere von Geringverdienern keine Beratung in Anspruch genommen können.
    Und von der mittleren Einkommensschicht wären auch ein Teil ohne Beratung.
    Ebenso würde die Ansprache auf den Bedarf erheblich geringer.
    Thema Altersversorgung: auch hier würde es enorme Ausfälle in der Beratung geben. Wer bspw. Nur wenig ansparen kann, würde sich auch keine Beratung leisten können.
    Und gerade dieser Bereich ist sehr berstungsintensiv geworden.
    Es geht hier zum Beispiel nicht nur um die Produktauswahl private Rente, Fonds oder betriebliche Altersversorgung, sondern auch um die richtige Auswahl (Förderungen in Riester, Rürup, bAV).
    Noch dazu ist in der bAV ein enormes Fachwissen in den Rechtskreisen Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherung und Versicherungsrecht notwendig.
    Im Übrigen wäre die weitere Konsequenz, dass die Vermittler dann auf andere Anlageprodukte ausweichen, die kein Provisionsverbot vorsehen (z.B. Immobilien, Unternehmensbeteiligungen).
    Die Verbraucherzentralen sollten sich erst einmal die Konsequenzen bewusst werden.
    Dies sind Sie sich jedoch nicht. Im Gegenteil: Hier steht nur ihre eigene Geschäftsidee —> Beratung bei Verbraucherzentrale durch Gebühren im Vordergrund. Und dies auch noch staatlich subventioniert durch Steuervergünstigungen.

    Kommentar von Werner Hoffmann bAV-Experte.de — 15. Januar 2019 @ 17:09

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