29. Oktober 2019, 11:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Welche Fortbildungen Digitalisierung fordert

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil werden bis 2025 in Deutschland bis zu 1,3 Millionen Arbeitsplätze durch die Digitalisierung wegfallen. Die gute Nachricht: Parallel werden 2,5 Millionen neue Jobs entstehen.[1] Weiterbildungsexperte Oliver Wolter von der Tüv Nord Akademie erklärt, welche Aufgaben von der Digitalisierung betroffen sind, welche Fähigkeiten immer wichtiger werden und welche Fortbildungen besonders gefragt sind.

Digitalisierung in Welche Fortbildungen Digitalisierung fordert

„Berufe mit Routineaufgaben oder einfachen Handgriffen sind von der Digitalisierung gefährdet, im Gegensatz dazu werden technisches Know-how und Analysefähigkeiten immer wichtiger“, erklärt Wolter und weist darauf hin: „Genau diese Fähigkeiten sind gerade noch sehr spärlich auf dem Arbeitsmarkt vertreten.“ So benötigen laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums rund 54 Prozent aller Mitarbeitenden von großen Unternehmen eine Fortbildung oder Umschulung, um auch in der Industrie 4.0 bestehen zu können.[2]

Zwei Bereiche sind in diesem Zusammenhang zurzeit bei Fortbildungen der Tüv Nord Akademie besonders gefragt: Datenschutz und Informationsmanagement. Denn durch die Digitalisierung ändern sich Arbeitsweisen und auch gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das Beispiel der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung zeigt. Unternehmen brauchen deshalb vermehrt Mitarbeiter mit speziellem Fachwissen, um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein und den Anschluss nicht zu verpassen.

Denk-, Problemlösungs- und Führungsprozesse gewinnen an Bedeutung

Im Zuge der digitalen Transformation rückt der Mensch immer mehr in das Zentrum des Geschehens und übernimmt vermehrt die Steuerung von Prozessen. Dazu Wolter: „Deshalb werden zusätzlich zum Fachwissen Fähigkeiten wie kritisches Denken, Problemlösungsvermögen und Führungskompetenzen für Menschen unverzichtbar – Fähigkeiten die Maschinen nicht beherrschen.“

Auch die Arbeitsweise verändert sich. „Hierarchien werden flacher, Arbeit wird flexibler und das Arbeitsumfeld wird internationaler“, betont der Weiterbildungsexperte der TÜV NORD Akademie. „Wer hier über die nötigen Soft Skills verfügt, tut sich in der Zusammenarbeit mit seinen Kollegen leichter und kann mehr erreichen.“

Fortbildung als Chance

Personalpsychologen wissen: Berufliche Handlungskompetenzen und Wissenserwerb gehören zu den Bereichen, in denen sich der Mensch am ehesten weiterentwickeln kann. In Bereichen der Persönlichkeit fällt dies bei Weitem schwerer. So kann es sich für Unternehmen durchaus lohnen, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch neuen Wissensbereichen fortzubilden, statt nach externen Fachkräften zu suchen. „Mitarbeitende kennen die Prozesse und das Tagesgeschäft bereits und müssen nicht mehr eingearbeitet werden“, erklärt Wolter. „Und für Arbeitnehmer besteht die Chance durch eine Fortbildung, im Unternehmen aufzusteigen und mehr Verantwortung zu tragen.“ Zudem übernimmt seit 2019 die Bundesagentur für Arbeit, auf Basis des Qualifizierungschancengesetzes, einen Teil der Weiterbildungskosten im Zusammenhang mit Digitalisierung.

Und: Im Informationszeitalter ist Wissen eine wertvolle Ressource. Durch Wissensmanagement können Inhalte aus Seminaren auch an andere Arbeitskräfte weitergegeben werden und bleiben nicht an einzelnen Mitarbeitenden gebunden. „Wir bieten deshalb auch Kurse zu Wissenstransfer an, damit Mitarbeitende das eigene Wissen an ihre Kolleginnen und Kollegen gewinnbringend vermitteln können“, sagt Wolter.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Bayerische und Dela tun sich zusammen

Die Versicherungsgruppe Die Bayerische und die Dela Lebensversicherungen haben im Bereich der Risikolebensversicherung und der Einkommenssicherung eine exklusive Kooperation vereinbart.

mehr ...

Immobilien

Tipps für Mieter: Betriebskostenabrechnung ohne böse Überraschungen

Zu hoher Warmwasserverbrauch, einmalige Reparaturen oder ein falscher Umlageschlüssel: Die jährliche Betriebskostenabrechnung sorgt bei Mietern und Vermietern immer wieder für Streit und Diskussionen. Dabei muss nicht immer ein zu hoher Wasser- und Heizungsverbrauch des Mieters die Ursache für eine falsche Betriebskostenabrechnung sein. Nicht selten sind Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Worauf Mieter daher achten sollten, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleiters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Onlinehandel steuert 2019 auf Umsatzrekord zu

Der Onlinehandel steuert 2019 in Deutschland auf einen Umsatzrekord zu. Nach dem bisherigen sehr guten Verlauf werde für das gesamte Geschäftsjahr ein Wachstum von mindestens elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Recht

Arbeitsunfall? Grenzen der Unfallversicherung auf Firmenfeiern

Auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier sind die Beschäftigten grundsätzlich unfallversichert. Doch das gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen.

mehr ...