Zu wenig „rabiate Brutalität“ bei der Deutschen Bank?

Europäische Bankaufseher stellen den Erfolg einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank in Frage. Einige Vertreter der für die Genehmigung der Fusion zuständigen Behörden bezweifeln, dass der Deutschen Bank eine erfolgreiche Übernahme gelingen könnte.

Durch einen Zusammenschluss der beiden Banken würde gemessen an der Bilanzsumme von 1,9 Billionen Euro die zweitgrößte Bank der Eurozone entstehen.

Dem größten deutschen Geldhaus könnte es an der „rabiaten Brutalität“ mangeln, die für eine erfolgreiche Übernahme notwendig ist, berichtete die „Financial Times“ am Dienstag unter Berufung auf Vertreter der Behörden.

Bei einem Zusammenschluss in dieser Größenordnung müsse man rabiat vorgehen, um erfolgreich zu sein, sagte ein Topvertreter einer Aufsichtsbehörde der Zeitung. Aus Sicht der Aufseher sei es auf jeden Fall zu vermeiden, dass ein möglicher Zusammenschluss misslingt. „Dann hätten wir aufsichtsrechtliche Fragen, die wir unbedingt vermeiden wollen.“ Ein möglicher Zusammenschluss könnte daher nur genehmigt werden, wenn die Pläne „glaubhaft und machbar sind“. Es gebe unter den Aufsehern Sorge, dass sie selbst bei einer gescheiterten Fusion ein größeres Problem hätten als derzeit.

EZB und Bafin müssen zustimmen

Ein möglicher Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank muss von der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der deutschen Behörde Bafin genehmigt werden. Weder die EZB noch die Bafin wollten die Informationen der Zeitung kommentieren, hieß es.

Durch einen möglichen Zusammenschluss der beiden Banken würde gemessen an der Bilanzsumme von 1,9 Billionen Euro die zweitgrößte Bank der Eurozone entstehen. Derzeit haben beide Banken zusammen rund 140.000 Mitarbeiter – davon fast 80.000 in Deutschland. Der Großteil der erhofften Einsparungen müsste daher im Inland realisiert werden. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

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