20. März 2020, 09:17
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Corona: Pradetto erwartet massiven Einbruch in Altersvorsorge und PKV

Die Coronakrise hält auch die deutsche Finanzdienstleistungsbranche in Atem. Cash.Online fragte Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Maklerpools Blau Direkt, zu den Auswirkungen der Krise auf das Unternehmen.

Oliver Pradetto in Corona: Pradetto erwartet massiven Einbruch in Altersvorsorge und PKV

Oliver Pradetto

Gibt es erste Corona-Fälle bei Ihnen?

Pradetto: Blau Direkt und keine der zugehörigen Tochterfirmen hat eine Corona-Infektion zu verzeichnen.

Welche Auswirkungen hat die steigende Zahlen der Infizierten auf Ihren Geschäftsbetrieb?

Pradetto: Aktuell befindet sich das Antragsaufkommen unverändert auf stark steigendem Niveau. Wir erwarten jedoch kurzfristig einen Rückgang des Antragsvolumens, weil viele Kunden aktuell keine Termine mit ihrem Makler vereinbaren wollen. Wenn die akute Infektionswelle abgeklungen ist, werden die wirtschaftlichen Folgen für die Menschen sichtbar werden und zu Verunsicherung führen. Wir rechnen daher mit einem massiven Einbruch insbesondere im Bereich der Altersvorsorge und der privaten Krankenversicherung.

Welche Vorsichtsmaßnahmen haben Sie ergriffen bzw. planen Sie zu ergreifen?

Pradetto: Blau Direkt verfügt über segmentierte Arbeitssektionen, damit jeder Mitarbeiter lediglich mit einem kleinen laufend dokumentierten Kontaktkreis in Berührung ist. Außentermine und Gruppenveranstaltungen wurden abgesagt. Das Besucheraufkommen wurde auf das Nötigste reduziert. Der Restaurationsbetrieb wurde vorübergehend eingestellt. Ein Management-Team überwacht dauerhaft die Situation und passt einen fünfstufigen Pandemieplan laufend an die Entwicklung der Situation an. Wird es erforderlich, ist jedoch vorbereitet, dass der Betrieb fast vollständig über Heimarbeitsplätze sichergestellt werden kann. Allerdings liefern wir für unsere Partner systemrelevante Infrastruktur, sodass wir die volle Leistungsfähigkeit so lange wie möglich in gewohnter Teamstruktur gewährleisten möchten.

Die Fragen stellte Kim Brodtmann, Cash.

Foto: Blau Direkt

4 Kommentare

  1. das bleibt zu befürchten aber was ist denn an Dauer angedacht? Bisher werden die Termine immer wieder verschoben, bleiben aber kurzfristig erhalten. Einsparung werden meines Erachtens zuerst in der Rente erfolgen. Da gebe ich dem Herrn recht. Bedenkt man aber, dass man der Berufsunfähigkeit eine Infektionsgefahr hat und gegen die zu erwartenden psychischen Belastungen im Sinne einer möglichen Erkrankung abgesichert ist, müsste man hier noch etwas besser aufklären.

    Kommentar von frank Dietrich — 23. März 2020 @ 14:11

  2. Auch mit Onlineberatung wird es zu Einschnitten kommen, wenn die Krise länger als gedacht dauert. Alleine schon die ganzen Leute in Kurzarbeit werden sich überlegen, ob sie irgendwo Geld einsparen können. Auch die gewerbetreibenden, deren Geschäft keinen Umsatz macht, wo die Kosten aber weiter laufen.

    Kommentar von Michael Freund — 23. März 2020 @ 13:38

  3. Der „Restaurationsbetrieb“ sollte vermutlich „Restaurant“ heißen, oder? 😉
    Bleibt alle gesund!
    LG Mike

    Kommentar von Mike Glöckler — 21. März 2020 @ 20:33

  4. So ist das eben, wenn man nicht mehr an der Front tätig ist. Die Nachfragen sind gestiegen, weil die Menschen durch das Virus sensibilisiert wurden. Die Terminfrequenz ungebrochen, denn ich arbeite Online.

    Kommentar von frank Dietrich — 20. März 2020 @ 13:35

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