2. März 2020, 15:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die politische Entwicklung in Deutschland beunruhigt mich”

Cash.-Interview mit Johannes Sczepan, Geschäftsführer der Plansecur Unternehmensgruppe, über ethische Grundsätze in der Kundenberatung, nachhaltiges Investieren in Zeiten von „Fridays for Future“ und das Ergebnis der AfW-Sonntagsfrage.

Plansecur Sczepan QF 3 in Die politische Entwicklung in Deutschland beunruhigt mich

Johannes Sczepan

“Wir wollen im neuen Jahrzehnt stärker als je zuvor den Fokus auf ethische Werte in allen Aspekten unseres Denkens und Handelns legen”, haben Sie kürzlich in einer Pressemitteilung angekündigt. Was heißt das konkret?

Sczepan: Plansecur steht seit der Gründung 1986 in der Tradition der christlichen Ethik. Daran hat sich bis heute nichts geändert, aber wir meinen, dass es heute wichtiger als in früheren Zeiten ist, diesen Aspekt herauszustellen. Daher werden wir unsere Beratungskonzepte und unsere Angebote immer wieder unter dem Aspekt der Ethik und auch der Nachhaltigkeit hinterfragen und gegebenenfalls anpassen. In einer Zeit, in der immer weniger sicher erscheint, sollen sich unsere Berater und Kunden weiterhin darauf verlassen können, dass unsere Beratung auf einem ethischen Wertefundament erfolgt.

Auch immer mehr Anleger legen Wert darauf, ihr Geld ethisch und ökologisch einwandfrei zu investieren. Ist das nur ein kurzfristiger Trend in Zeiten von “Fridays for Future” oder eine dauerhafte Entwicklung?

Sczepan: Beides. Unsere Berater erleben es in der täglichen Praxis, dass Kunden sehr konkret auf nachhaltige Aspekte bei der Geldanlage achten. Dieser Bedarf ist also unmittelbar gegeben und kommt unserem Beratungsansatz natürlich sehr entgegen. Sicherlich wird diese Nachfrage momentan auch von aktuellen Trends getrieben, die künftig von anderen Entwicklungen überlagert werden. Aber ich gehe fest davon aus, dass eine nachhaltige Finanzstrategie künftig langfristig durch ethisch und ökologisch vertretbare Investments geprägt sein wird. Das hängt einfach damit zusammen, dass Unternehmen und Fondsanbieter, die diesen Aspekt ignorieren, im Durchschnitt langfristig wahrscheinlich eine weniger gute Entwicklung hinlegen werden. Das ist eine außerordentlich positive Entwicklung, die längst überfällig war, aber nunmehr Gott sei Dank eingetreten und ich meine auch ein langfristiger Trend ist.

Auch Investmentprodukte schmücken sich gerne mit einem ethisch-ökologischen Label. Ist das nicht zu häufig Etikettenschwindel, also “Greenwashing”?

Sczepan: Da haben Sie leider völlig Recht. Daher ist es unsere Aufgabe – und die nehmen wir auch sehr ernst – dafür Sorge zu tragen, dass alle Finanzprodukte, die wir anbieten, tatsächlich unseren hohen ethischen und auch ökologischen Ansprüchen genügen. Wir wollen, dass sich unsere Kunden darauf verlassen können, nur von uns geprüfte und freigegebene Produkte angeboten zu bekommen. Diese Auswahl ist ein fortlaufender Prozess und erfordert Prüfungen und viele Gespräche mit unseren Produktpartnern. Das Ergebnis davon ist unser eigener Versicherungs- und Fondskompass. Doch das sind wir unseren Kunden schuldig, denn das unterscheidet uns ja gerade von anderen Marktteilnehmern. Wird es immer wieder auch schwarze Schafe in der Branche geben? Wahrscheinlich ja, das ist in unserem Markt wohl nicht anders als in vielen anderen Branchen auch.

Die Plansecur-Stiftung unterstützt unter anderem das Engagement für Geflüchtete und Migranten. Beunruhigt es Sie vor diesem Hintergrund, dass laut jüngstem AfW-Vermittlerbarometer 14 Prozent der Vermittler ihre Stimme der rechtspopulistischen AfD geben würden?

Sczepan: Ich bitte um Verständnis, dass wir grundsätzlich keine parteipolitischen Stellungnahmen abgeben. Davon möchte ich keine Ausnahme machen, egal, für und gegen welche Partei. Ob mich die politische Entwicklung in Deutschland beunruhigt? Natürlich, weil sie für jedermann beunruhigend sein sollte. Wenn ich im Übrigen ihre Zahl von 14 Prozent nehme, dann bedeutet das ja auch, dass sich über alle Vermittler hinweg 86 Prozent für eine andere Partei entscheiden – das ist doch eine satte Mehrheit und daher im Grunde eine sehr gute Nachricht. Wir und ich persönlich orientieren uns an der christlichen Nächstenliebe. Die Vorstellung von einer Welt ohne Empathie für andere Menschen finde ich erschreckend. Und ich weiß, dass das auch für unsere Berater und Mitarbeiter gilt.

Die Fragen stellte Kim Brodtmann, Cash. 

Das vollständige Interview lesen Sie in der kommenden Cash.-Ausgabe (4/2020), die am 19. März 2020 erscheint. 

Foto: Andreas Dahlmeier 

8 Kommentare

  1. Eine Frechheit, mir hier zu unterstellen, ich hätte diesen Vincent Meyer in irgendeiner Form eingeschüchtert. Ganz im Gegenteil: Ich hatte auf seinen unverschämten Kommentar geantwortet, dass AfD-Wähler prinzipiell friedlich agieren, selbst wenn Sie von AfD-Hassern beleidigt werden (“getroffene Hunde bellen”, “Rassismus”, “diese Menschen”). Immer schön bei der Wahrheit bleiben, Cash-Online-Redaktion

    Kommentar von paolo boos — 3. März 2020 @ 12:32

  2. Interessant dass meine Antwort auf den unverschämten Post von diesem Vincent Meyer gelöscht wurde. Willkommen in Gesinnungslinksland

    Kommentar von paolo boos — 3. März 2020 @ 12:05

  3. Hinweis der Cash.Online-Redaktion: Der Kommentar von Paolo Boos (10:53 Uhr) wurde aufgrund einer darin enthaltenen Einschüchterung eines anderen Cash.Online-Lesers gelöscht.

    Kommentar von brodtmann — 3. März 2020 @ 11:30

  4. Es wieder bezeichnend, dass sich genau die 14%-Vertreter melden wie: “getroffene Hunde bellen” es ist sehr bedauerlich auch in unserer Branche eine Akzeptanz des Rassismus zunimmt. Leider übernimmt niemand die politische Verantwortung dafür, dass diese Menschen wieder in einer deutschen Regierung sitzen, das hatten wir schon mal ! Wen man links liegen lässt, der überholt einen rechts…

    Kommentar von Vincent Meyer — 2. März 2020 @ 19:37

  5. Sehr geehrter Herr Sczepan: Wenn Sie allen ernstes hier 6 Mio AfD-Wählern Empathie und Nächstenliebe absprechen wollen, sind Sie entweder völlig ahnungslos oder einfach nur bösartig. Sie sollten Emphatie und Nächstenliebe nicht mit Dummheit, Naivität und Selbstzerstörung verwechseln

    Kommentar von paolo boos — 2. März 2020 @ 17:15

  6. Cash: Das neue Propagandablatt der linken Einheitspartei SPDSEDGRUENE: Die DDR 2.0 lässt grüßen

    Kommentar von stefan stett — 2. März 2020 @ 17:10

  7. Die politische Entwicklung in Deutschland beunruhigt auch mich: Das linke Meinungskartell wird immer aggressiver, penetranter und hetzerischer

    Kommentar von paolo boos — 2. März 2020 @ 17:06

  8. Ich fasse es nicht. Der nächste Anti-AfD-Hetzer. Ist Cash eigentlich noch ne Finanzzeitschrift oder ein Propagandablatt der Linken? Gott sei dank habe ich mein Abo bei Euch bereits vor Jahren gekündigt.

    Kommentar von stefan stett — 2. März 2020 @ 17:05

Ihre Meinung



 

Versicherungen

80 Prozent: Leistungsquote in der BU gestiegen

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hat die neue Leistungsquotenstatistik in der Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr verkürzte sich die Bearbeitungszeit von 110 auf 106 Tage. Insgesamt wurden 80 Prozent aller Anträge bewilligt, nach 79 Prozent ein Jahr zuvor.

mehr ...

Immobilien

Verlängertes Baukindergeld ist eines der bekanntesten Fördermittel

Zwei Jahre nach Einführung zeigt eine aktuelle Studie: Das Baukindergeld gehört zu den bekanntesten Fördermitteln in Deutschland. Laut einer repräsentativen Erhebung von Statista im Auftrag der Interhyp AG kennen 59 Prozent der Deutschen das Baukindergeld, für das der Förderzeitraum gerade um drei Monate bis Ende März 2021 aufgrund der Corona-Pandemie verlängert wurde.

mehr ...

Investmentfonds

Nachhaltiges Investieren: Versicherer auf Kurs?

Die Integration von ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance) bei der Kapitalanlage deutscher Versicherungsunternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies geht aus einer aktuellen Studie des europäischen Assetmanagers Candriam und der Versicherungsforen Leipzig hervor. Was die größten Herausforderungen beim Thema ESG sind.

mehr ...

Berater

Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...