Heiner Brand: „Ich bin eher sicherheitsorientiert“

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Heiner Brand

Cash. sprach mit dem ehemaligen Handball-Bundestrainer Heiner Brand über seine Erfahrungen und Strategien bei der Kapitalanlage.

Herr Brand, Ihre erste größere Geldanlage – erinnern Sie sich?

Brand: Meine erste größere Investition war ein Bundesschatzbrief, darauf gab es Zinsen in Höhe von 8,5 oder 9 Prozent, also enorm hoch. Das war Ende der siebziger Jahre, ich war als Handballer und Student finanziell noch eingeschränkt. Die Inflationsrate war damals zwar eine andere als heute, aber die Investition war trotzdem lohnend. Und von der Optik her war es auch sehr schön. (lacht)

Worin haben Sie investiert, um fürs Alter vorzusorgen?

Brand: Ich habe 1980 mein Studium der Betriebswirtschaft beendet. Ich wollte eigentlich Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer werden, das waren meine Schwerpunkte im Studium. Dafür hätte ich aber mit dem Sport aufhören müssen. Da ich das nicht wollte, habe ich die Versicherungsagentur meines Vaters übernommen. Ich war also Selbstständiger und habe als ersten Teil der Altersversorgung eine Lebensversicherung abgeschlossen – damals noch in der Annahme, dass man das Geld im Alter mit 6 Prozent verzinsen kann. Das war nicht hochgegriffen, eher ein Mittelwert. Aber das hat sich ja leider als irrige Annahme erwiesen. Nichtsdestotrotz war das ein vernünftiger erster Teil der Altersversorgung. Darauf habe ich dann aufgebaut: Ich habe mir ein Haus gekauft und den Kauf zunächst über Lebensversicherungen finanziert und es dann abbezahlt.

Sind Sie grundsätzlich eher ein risikofreudiger oder ein sicherheitsorientierter Anlegertyp?

Brand: Ich bin eher sicherheitsorientiert und konservativ – wobei meine Bereitschaft zum Risiko in der aktuellen Zinssituation ein wenig größer geworden ist. Mit Wirecard habe ich vor Kurzem auch mal eine böse Pleite erlebt. Der Verlust hielt sich zwar in Grenzen, aber es tat trotzdem weh. Aber solche Erfahrungen muss man ja auch mal machen.

Haben Ihre Spieler Sie eigentlich manchmal um Versicherungstipps gebeten?

Brand: Nein, das Thema habe ich bewusst rausgehalten. Für meine Spieler war ich ausschließlich der Trainer und nicht auch noch der Versicherungsfachmann. Während meiner Zeit als Bundestrainer hatte ich mich auch schon aus dem Versicherungsgeschäft zurückgezogen und die Agentur an meinen Sohn übergeben, weil ich mit dem Handball voll ausgelastet war. Und der Versicherungskaufmann ist ja auch ein Fulltime-Job – oder sollte es zumindest sein.

Das Gespräch führte Kim Brodtmann, Cash.

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