Thomas Helmer: „Mein erstes Investment ging völlig in die Hose“

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Thomas Helmer

Cash. sprach mit Thomas Helmer, TV-Moderator und ehemaliger Fußballnationalspieler, über seine Erfahrungen und Strategien bei der Kapitalanlage.

Herr Helmer, Ihre erste größere Geldanlage – erinnern Sie sich?

Helmer: Mein erstes Investment ging völlig in die Hose. Das war eine denkmalgeschützte Immobilie in meiner Zeit bei Borussia Dortmund. Die Immobilie war mir über einen Versicherungsmakler des Vereins empfohlen worden. Es hieß, mit denkmalgeschützten Objekten könne man Steuern sparen. Irgendwann habe ich mir die Immobilie dann mal vor Ort angeguckt – Gott sei Dank. Da war nicht mal ein Dach drauf, das Haus war gar nicht fertig. Die Empfehlung war so dermaßen daneben, dass ich über den Verein wieder aus der Investition rauskam. Ich hatte dadurch keinen finanziellen Verlust. Daraus habe ich gelernt, bei Investitionen noch vorsichtiger zu sein. Ich bin sowieso eher ein vorsichtiger Mensch, nicht so risikofreudig. Ich bin ja Ostwestfale, die sind stur und sehr konservativ. Also bin ich genetisch vorbelastet. (lacht)

Wie haben Sie fürs Alter vorgesorgt, worin investieren Sie?

Helmer: Meine Altersvorsorge besteht hauptsächlich aus Immobilien, die ich teilweise schon sehr lange besitze, seit meiner Zeit als Fußballprofi. Damals habe ich auch Kapitallebensversicherungen abgeschlossen. Ich habe fünf Jahre einbezahlt und die Erträge dann genutzt, um Immobiliendarlehen zu tilgen. Zwischendurch habe ich mich auch mal mit Aktien beschäftigt. Aber ich war nie ein Zocker und werde das auch nie sein.

Mit Anlageberatung oder ohne?

Helmer: Ohne Beratung würde ja bedeuten, dass ich alles weiß und alles kann, deshalb habe ich mich natürlich auch beraten lassen. Das ging mal gut und mal nicht so gut. Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass Finanzberater ausführlicher auf Neuigkeiten und aktuelle Themen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit eingehen, statt nur zu sagen: Jetzt habe ich dir was empfohlen, jetzt läuft das erstmal. Man muss öfter miteinander kommunizieren, das wollen die Investoren. Da sehe ich noch einen gewissen Nachholbedarf.

War Kapitalanlage zu Ihrer Zeit als Profi ein Thema, über das man sich in der Mannschaftskabine ausgetauscht hat?

Helmer: Ja, und das war nicht nur so aus der Hüfte geschossen, nach dem Motto: Mach mal dies, mach mal das. Im Profifußball kommen ja viele Leute auf einen zu und haben irgendwelche Investment-Tipps. Wir haben diese Tipps schon hinterfragt und fanden nicht alles super, bloß weil die Rendite hoch war. Da waren die meisten von uns sehr vorsichtig. In meiner Zeit bei Bayern München hat sich Oliver Kahn schon sehr früh mit Kapitalanlagen beschäftigt und wir haben uns oft darüber ausgetauscht. Er war viel tiefer im Thema drin als ich und konnte vieles am Laptop erklären. Das hat mich sehr beeindruckt. Viele Menschen denken ja, Fußballer reden nur über Fußball, aber das ist nicht so.

Das Gespräch führte Kim Brodtmann, Cash.

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