Fair, ökologisch, nachhaltig: Kann Gold die Werte junger Anleger bedienen?

Foto: Shutterstock

Als sicherer Hafen und Kaufkraftspeicher ist die Beliebtheit von Gold seit Jahrtausenden ungebrochen. Stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist Gold eigentlich?

Wer Suchmaschinen zum Thema faire, ökologische und nachhaltige Investments bemüht, stößt allenfalls über Umwege auf die klassischste Geldanlage schlechthin: Gold. Einerseits ist das verständlich – immerhin haben viele Goldminen alles andere als einen guten Ruf, was nachhaltigen Ressourcenabbau und Arbeitsbedingungen angeht. Bergwerke in Konfliktregionen gelten dabei als besonders problematisch. Auf der anderen Seite ist der Goldankauf nicht ganz so umweltschädlich und sozial zweifelhaft, wie dieses Bild suggeriert, meint der Limburger Edelmetallhändler Marko Mähner. Immerhin macht das Gold-Recycling mittlerweile einen beträchtlichen Teil des weltweiten Goldangebots aus. Und bei letzterem sind Umweltbilanz und Arbeitsbedingungen deutlich besser. Dennoch muss festgehalten werden: Wer fair, ökologisch und nachhaltig investieren möchte, muss beim Gold-Investment die Augen offenhalten.

Verantwortungsvolles Gold-Investment: Fairtrade- und Green-Gold-Siegel

Die einzig sichere Möglichkeit, nachhaltig abgebautes Gold einzukaufen, ist das Gütesiegel einer bekannten Organisation.

Eines der bekanntesten Siegel für nachhaltiges Gold stammt von Fairtrade. Über regelmäßige Kontrollen vor Ort wird dabei garantiert, dass Fairtrade-Standards eingehalten werden. Fairtrade-Gold garantiert, dass

  • Minen-Arbeiter fair entlohnt werden und zu sicheren Bedingungen arbeiten,
  • es vor Ort keine Kinderarbeit gibt,
  • strenge Schutzmaßnahmen für die Umwelt getroffen werden und
  • die gesamte Lieferkette fair, nachhaltig und ökologisch bleibt – vom Bergwerk bis zum Goldhändler.

Auch ein nach den strengen Regeln der LBMA (London Bullion Market Association – der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Gold und Silber) produzierter Barren steht für Nachhaltigkeit. Einen Namen hat sich insbesondere das „Green Gold“ der Tessiner Firma Valcambi S.A. gemacht. Das Siegel garantiert ebenfalls, dass das produzierte Gold höchste Standards in den Punkten Umweltverträglichkeit und faire Arbeitsbedingungen erfüllt.

World Gold Council: Grundsätze für Produktanbieter

Zudem hat sich GranValora den „Grundsätzen für Produktanbieter“ des World Gold Councils, einer globalen Vereinigung der Goldindustrie, verpflichtet. Einer dieser Grundsätze schreibt explizit den verantwortungsbewussten Goldabbau vor. Konkret beinhaltet der Grundsatz folgende Punkte:

  1. Integrität: Wir verkaufen ausschließlich Gold hoher Integrität, was sich auch für Außenstehende jederzeit nachvollziehen lässt.
  2. Vertrauenswürdige Lieferanten: Wir setzen auf vertrauenswürdige Lieferanten, die sich ebenfalls dem verantwortungsbewusstem Goldabbau verschrieben haben, und überwachen diese fortwährend.

ESG-Kriterien: Wir berücksichtigen die ESG-Nachhaltigkeitskriterien (Environmental-, Social-, Governance-Kriterien). Das heißt: Wir setzen uns in den Bereichen Umwelt (Umweltverschmutzung, Energieeffizienz, Treibhausgase etc.), Sozialem (Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz etc.) und Unternehmensführung (Werte, Transparenz etc.) für Nachhaltigkeit ein.

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Unternehmen im Fokus
  • Skyline bei Sonnenuntergang
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.