3. Juli 2019, 12:00
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Change Readiness Index: Unternehmen haben an Wandlungsfähigkeit eingebüßt

Der Umbruch von Wirtschaft und Gesellschaft nimmt immer mehr Fahrt auf. Doch den deutschen Unternehmen fällt der Umgang mit Disruption zunehmend schwerer. Das zeigt der zum zweiten Mal erhobene “Change Readiness Index” – er ist gegenüber 2017 von 58 auf 55 Punkte gefallen. Für die Erhebung mit einer Skala von maximal 100 Punkten wurden von der Unternehmensberatung Staufen im Rahmen der Studie “Erfolg im Wandel” mehr als 400 Top-Führungskräfte deutscher Unternehmen befragt.

Digitalisierung in Change Readiness Index: Unternehmen haben an Wandlungsfähigkeit eingebüßt

Der Change Readiness Index 2019 der Staufen AG bildet die Wandlungsfähigkeit von Unternehmen ab. Er erfasst in den Handlungsfeldern Strukturen, Prozesse, Führungs- und Unternehmenskultur sowie Mitarbeiter und Qualifikationen, wie es um das Veränderungsvermögen deutscher Industriefirmen – vom Mittelständler bis zum Großkonzern – bestellt ist. Dabei werden vor allem die Branchen Automobilindustrie, Elektrotechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau in den Blick genommen.

“Wirtschaft droht ins Hintertreffen zu geraten”

“Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass von der digitalen Transformation neben der Industrie auch alle anderen Lebensbereiche betroffen sind: Mobilität, Bildung, Medien, Gesundheitswesen und viele mehr”, sagt Wilhelm Goschy, Vorstand der Staufen AG.

“Dabei droht die deutsche Wirtschaft ins Hintertreffen zu geraten, denn alte Wettbewerbsvorteile und traditionell hohe Marktanteile schützen nicht mehr vor disruptiven Wettbewerbern.” Goschy betont: “Entscheidendes Merkmal des digitalen Wandels ist die Geschwindigkeit, in der er abläuft. Die deutschen Unternehmen tendieren immer noch dazu, diese zu unterschätzen.”

Mehr als jede zweite Führungskraft erwartet den Wandel

So vermuteten im Rahmen der 2017er-Studie 53 Prozent der Befragten, dass sich ihr Unternehmen in den nächsten zwei Jahren stark oder sehr stark verändern werde. In der Rückschau ergab die aktuelle Studie von 2019 einen deutlich größeren Wert:

67 Prozent der Unternehmen durchliefen demnach in den zurückliegenden zwei Jahren einen starken oder sehr starken Wandel. Erstaunlich: Trotz dieser harten Landung in der Realität nehmen auch weiterhin nur 59 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen sich in den nächsten zwei Jahren stark oder sehr stark verändern wird.

Lean Management wird wichtiger

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Ein wichtiger Faktor zur Stärkung aller Handlungsfelder, die im Change Readiness Index untersucht wurden, ist Lean Management. Zu dieser Erkenntnis kommen auch immer mehr Unternehmen.

Zwei Drittel von ihnen haben die Lean-Prinzipien in der Wertschöpfung fest etabliert. In jedem vierten befragten Unternehmen folgen zusätzlich auch die indirekten Bereiche bereits der Lean-Philosophie.

“Die Wirtschaft hat sich auf den Weg gemacht, doch es gibt immer noch Nachzügler”, sagt Staufen-Vorstand Goschy, der die Studie am Dienstag auf dem BestPractice Day – dem führenden Lean-Management-Kongress in Europa – vorgestellt hat.

Je mehr lean, desto bereiter für den Wandel

“Unsere Studie zeigt, dass sich mit der konsequenten Umsetzung von Lean Management nachweislich die Change Readiness verbessert. Lean Management macht Unternehmen also wandlungsfähiger und weist den Weg zu einer zukunftsfähigen Organisation.”

Für den “Change Readiness Index 2019” befragte die Unternehmensberatung Staufen im Frühjahr 2019 insgesamt 421 Unternehmen in Deutschland zum Thema “Erfolg im Wandel”. Mehr als 65 Prozent der befragten Unternehmen kommen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektroindustrie und der Automobilindustrie.

Foto: Shutterstock

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