Ausbildung: Berater-Nachwuchs dringend gesucht

Trotzdem gibt es sie, die unternehmensübergreifenden Projekte in der Branche, wenn auch nur vereinzelt. Ein Beispiel ist die 2010 ins Leben gerufene Initiative „Traumberuf Makler“ – Pro Maklerberatung (Bitma e.V.).

Die Bitma verfolgt zum einen das Ziel der Nachwuchsgewinnung für den Maklerberuf, zum anderen soll die Öffentlichkeit über das Berufsbild und die Vorteile einer Maklerberatung aufgeklärt werden. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Standard Life Versicherung, Janitos, Skandia und Alte Leipziger/Hallesche, VPV Makler, und Maklermanagement sowie der AfW Bundesverband Finanzdienstleistungen und die beiden Initiatoren der Brancheninitiative, das Maklerbetreuungs- und Coachingunternehmen Capitalbund und die Unternehmensberatung Better Relations, Betreiber des Portals maklerseite.de und des Makleronlinenetzwerks maklernetz.com.

Mit den bisher gewonnenen Unternehmen und den vielen Finanz- und Versicherungsmaklern als Mitglieder stößt das Projekt in der Branche zwar auf ein gutes Echo, aber wenn es darum geht, beispielsweise Budget dafür locker zu machen, haben einige Unternehmen dann doch keine Spendierhosen mehr an.

So erntete auch die zweite Bitma-Kampagnenidee „Makler machen Schule“ viel Zuspruch. Hier geht es ebenfalls darum, für den Maklerberuf zu werben und darüber zu informieren. Allerdings setzt die Aktion an einer anderen Stelle an, nämlich in der Schule. Makler, die Mitglieder der Brancheninitiative sind, können Schulpaten werden und sich daran aktiv beteiligen.

Riccardo Wagner
Riccardo Wagner

Mit einer Pilotphase soll das Projekt voraussichtlich nach den Sommerferien 2011 im Raum Köln/Düsseldorf starten. „Derzeit geht es darum, Schulen für das Projekt zu gewinnen und mögliche Zugangs- und Umsetzungswege zu besprechen“, berichtet Riccardo Wagner, geschäftsführender Vorstand des Verbands und Geschäftsführer der Kölner Kommunikationsagentur Better Relations.

Dabei müsse unter anderem den Schulen klargemacht werden, dass es hier nicht um einen Produktverkauf gehe. „So toll die Projektidee ist, so aufwendig ist sie auch, aber wir müssen ja irgendwann einmal als Branche damit anfangen“, sagt Wagner, der nicht daran zweifelt, dass es künftig mehr Nachwuchskampagnen geben wird.

Das grundsätzliche Problem sei jedoch, dass die Branche 20 Jahre geschlafen habe und es jetzt an allen Ecken brenne. Außerdem gebe es so gut wie kein Gemeinschaftsgefühl. Das Konkurrenzdenken zwischen Unternehmen, aber auch innerhalb der Maklerschaft sei zu groß. „Eine Branche, die sich nicht einig ist, ist eine schwache Branche, so einfach ist das. Und deswegen haben wir die Bitma ins Leben gerufen“, resümiert Wagner.

Um den Beruf des Maklers geht es auch bei dem Anfang Mai 2011 gestarteten Wettbewerb „Jungmakler/in des Jahres 2011“. Initiator ist der Kommunikations- und Informationsdienstleister BBG Betriebsberatung aus Bayreuth. Mit der Aktion will man der negativen Entwicklung entgegenwirken, dass immer weniger junge Leute den Beruf ergreifen und noch weniger ein Maklerunternehmen gründen oder erwerben. Es gelte, die Arbeit von jungen und engagierten Maklern zu belohnen und Nachahmer zu finden, sagt BBG-Geschäftsführer Dieter Knörrer.

Teilnehmen können unabhängige Versicherungsvermittler und Mehrfachagenten bis 40 Jahre, die seit fünf Jahren in der Position eines Inhaber oder Geschäftsführers eines Maklerunternehmens tätig sind. Für die DKM-Messe im Oktober haben die Initiatoren bereits einen Kongress geplant, bei dem es um den Nachwuchs gehen soll.

Auch die Versicherer müssen sich um den Nachwuchs bemühen. Bereits seit 2002 läuft die Kampagne „Neuland in Sicht“ des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV e.V.). Vor Einführung des neuen Berufsbildes 2006 hieß diese noch „Worauf wartest Du?“.

Ziel der Kampagne ist es, mit bundesweit einheitlichen Informations- und Kommunikationsmitteln die Attraktivität der Ausbildung Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen bei potenziellen Auszubildenden hervorzuheben sowie Strukturen, Inhalte und Zukunftschancen bekannt zu machen. „Alle bestehenden Werbemittel, angefangen vom Imagefilm über Info-Folder, den Messestand, Plakate, Kugelschreiber und so weiter sind deutschlandweit im Einsatz“, sagt Michael Weyh, Geschäftsführer des BWV. Das sei immer dann der Fall, wenn sich Mitgliedsunternehmen zusammenschließen, um auf Ausbildungsmessen präsent zu sein. Darüber hinausgehend werde allerdings nichts mehr Neues produziert.

Seite 5: Besser als ein Plattenvertrag

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