Unternehmenswachstum: Wenn alte Strukturen den Erfolg schmälern

Strukturen wird meist nachgesagt, sie seien konservativ und verlangsamen die Unternehmensprozesse. Aber da muss klar differenziert werden.

Die langsam gewachsenen, ungeplanten Strukturen führen bei den meisten Unternehmen tatsächlich spätestens nach acht Jahren zu einem spürbaren Wachstumsschmerz: Die Aufbruchstimmung ist verflogen. Routine kommt auf, und der nimmersatte Antrieb verschleißt.

Liebgewonnene Automatismen geraten ins Stocken. Die Mitarbeiterfluktuation und der Krankenstand steigen an. Im ganzen Unternehmen macht sich dann häufig die Sehnsucht nach der Startphase breit. Man denkt an die guten alten Zeiten zurück, in denen alles besser war. Alle sehnen sich nach der Teampower des Anfangs.

So hatte sich auch ein Beratungshaus aus der Finanzbranche festgefahren, mit dem ich zu einem Zeitpunkt gearbeitet habe, an dem es auf ungefähr 50 Mitarbeiter angewachsen war.

Unternehmen vorwiegend mit sich selbst beschäftigt

Dadurch, dass es keine klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten gab, wurden regelmäßig Abstimmungsmeetings epischen Ausmaßes veranstaltet.

Jeder hatte zu jedem Thema etwas zu sagen und das Konkurrenzdenken untereinander war enorm. So war das Unternehmen vorwiegend mit sich selbst beschäftigt, statt mit den Kunden, und konnte die vielen Aufträge gar nicht mehr bedienen.

Eine schöne Deutlichkeit bekam das Chaos beim Thema Datenschutzgrundverordnung, für das sich dann plötzlich keiner verantwortlich fühlte.

Aber auch beim Aufsetzen neuer Projekte war nicht geklärt, wer was macht, so dass ein Kunde sogar zwei Angebote von zwei Ansprechpartnern mit unterschiedlichen Preisen und Inhalten bekam.

Seite drei: „Wegduck-Mentalität“ vermeiden

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