Lencke Wischhusen: „Ohne Risiko funktioniert es nicht“

Foto: Anne Kreuz
Lencke Wischhusen

Cash. sprach mit Lencke Wischhusen, FDP-Politikerin, Unternehmerin und ehemalige Jurorin der TV-Show „Die Höhle der Löwen“, über ihre Erfahrungen und Strategien bei der Kapitalanlage.

Frau Wischhusen, Ihre erste größere Geldanlage – erinnern Sie sich?

Wischhusen: Ja, das ist eine lustige Geschichte. Ich bin in einem Haus aufgewachsen ohne Fernseher, meine Eltern haben bis heute keinen. Ich wollte als Kind aber unbedingt einen Fernseher haben. Deshalb habe ich mit 14 Jahren mein ganzes erspartes Geld genommen, das ich mit Eicheln sammeln verdient hatte, bin zum Quelle-Shop gegangen und habe mir einen Fernseher gekauft, den ich dann ich meinem Schrank versteckt habe. Leider hat meine Mutter das mitbekommen und ich musste den Fernseher wieder zurückbringen – nach nicht einmal einer Woche.

Worin investieren Sie heute und warum?

Wischhusen: Ich setze auf einen totalen Mix. Ich habe Aktien, Fondsdepots, Devisen, Edelmetalle und ein paar Sammlersachen, an denen ich mich erfreuen kann. Immobilien sind im Moment zwar unfassbar teuer, ich versuche aber, sie beizumischen. Und ich habe auch ein paar Investments in Start-ups.

Sind Sie grundsätzlich eher ein risikofreudiger oder ein sicherheitsorientierter Anlegertyp?

Wischhusen: Ich bin schon eher sicherheitsorientiert, aber mit einer gesunden Mischung. Ganz ohne Risiko würde es nicht funktionieren – man kann nicht investieren, wenn man nicht bereit ist, auch ein Risiko einzugehen. Ich versuche aber, das Portfolio so auszubalancieren, dass im Zweifel nicht alles Geld weg ist.

Gerade junge Menschen setzen sich sehr wenig mit den Themen Geldanlage und Altersvorsorge auseinander. In Nordrhein-Westfalen hat die FDP-Schulministerin deshalb ein Schulfach Wirtschaft eingeführt. Ist das der richtige Ansatz?

Wischhusen: Ich finde das nicht nur richtig, sondern notwendig. Es ist unverantwortlich, dass es so ein Schulfach noch nicht flächendeckend in Deutschland gibt. Viele junge Menschen verschulden sich zunehmend, da fehlt total die Aufklärung, es gibt keine Lebenshilfe in finanziellen Dingen. Ich kenne junge Menschen, die nicht wissen, was eine Hausrat- oder Haftpflichtversicherung ist. Die ganz normalen Basics, wie man ein eigenständiges Leben anfängt, kriegen die nicht hin. Das finde ich fatal.

Das Gespräch führte Kim Brodtmann, Cash.

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