Anzeige
19. April 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Steuerpolitik: Verbände wollen mitreden

Die von der Bundesregierung geplante Neuregelung zum Verlustausgleich sollte nach Ansicht des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) nicht ohne vorherige Anhörung von Immobilien- und Fondsverbänden beschlossen werden. ?Die Erfahrung zeigt, dass neue Steuerregeln im Immobilien- und Fondsbereich häufig unpräzise und handwerklich schlecht formuliert wurden, weil sie von Beamten im Bundesfinanzministerium ausgestaltet worden waren, die die Praxis-Fälle nicht kennen?, sagt IVD-Präsident Johannes-Peter Henningsen.

Diese Gefahr bestehe auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion über eine Neufassung des Paragrafen 2b des Einkommensteuergesetzes. Der Paragraf, der 1999 in das Einkommensteuergesetz übernommen worden war, wurde seinerzeit so unpräzise formuliert, dass die Finanzverwaltung 16 Monate brauchte, um ein Anwendungsschreiben zu formulieren. Heute gibt es laut IVD bereits erläuternde BMF-Schreiben mit einem Umfang von mehr als 30 Seiten, weil der Paragraf 2b damals ohne Hinzuziehung des Fachverstandes der Immobilien- und Fondswirtschaft formuliert worden war.

?Wenn der Paragraf nunmehr erweitert oder an anderer Stelle des Einkommensteuergesetzes eine Neuregelung zum Verlustausgleich erlassen werden soll, dann besteht die Gefahr, dass wiederum eine jahrelange Verunsicherung von Investoren erfolgt, weil unbestimmte Rechtsbegriffe verwendet werden?, befürchtet Henningsen.

Der IVD fordert, dass die geplante Neuregelung des Verlustausgleichs nur für die Zukunft gelten darf, nicht jedoch für die Vergangenheit. Offenbar plant die Koalition eine Rückwirkung, beispielsweise zum 18. März, als Bundeskanzler Gerhard Schröder in einer Rede ankündigte, gegen Steuersparmodelle vorgehen zu wollen.

?Investoren und Unternehmen werden handlungsunfähig, wenn sie befürchten müssen, dass rückwirkend die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändert werden – und diese Änderungen zudem so vage und unklar sind, dass eine praktikable Auslegung praktisch unmöglich ist?, sagt Henningsen.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Brexit: “Standard Life trifft alle Vorkehrungen”

Der endgültige EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im März 2019 rückt immer näher. Dieses Ereignis wird auch für deutsche Kunden britischer Konzerne wie Standard Life schwere Auswirkungen haben. Unter anderem darüber hat Cash. mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich geredet.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

3 Finanzmarkt-Szenarien für den Brexit

Die Brexit-Gespräche der vergangenen Wochen lassen vermuten, dass es eher unwahrscheinlich ist, wie geplant bis Ende Oktober zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Eines der größten Probleme ist die Grenzfrage zwischen Irland und Nordirland. Es gibt drei Brexit-Szenarien mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...