Globaler Private-Equity-Markt gelähmt

Die Investitionen der internationalen Private-Equity (PE)-Fonds sind im ersten Quartal weltweit dramatisch eingebrochen. Nach neuesten Erhebungen des Schweizer PE-Dachfonds SCM Strategic Capital Management ist der Markt in den USA um 55 und in Europa um 40 Prozent geschrumpft und damit fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Lediglich in Asien nahmen die Investitionen um acht Prozent zu. Für das vergangene Geschäftsjahr attestiert die Studie nahezu eine Halbierung des Transaktionsvolumens. In Deutschland, dem laut SCM zweitwichtigsten Investitionsmarkt nach Großbritannien, wurden zwölf Milliarden Euro angelegt, nach 24 Milliarden Euro in 2007.

Beim Einwerben von Investorengeldern, dem sogenannten Fundraising, stellt sich die Situation der Untersuchung zufolge indes weniger kritisch dar, als häufig von Marktbeobachtern kolportiert. Mit rund 400 Milliarden Euro an Neugeldern hat sich die Branche, so die SCM-Daten, auf dem relativen hohen Niveau von 2007 stabilisiert. Allerdings zeigte die Tendenz im zweiten Halbjahr 2008 deutlich nach unten, ein Trend, der im ersten Quartal 2009 anhielt.

In Europa (inklusive Osteuropa ohne Russland) sammelten die PE-Häuser im letzten Jahr mit 62,3 Milliarden Euro mehr Mittel ein als 2007 (57 Milliarden Euro). Davon entfielen fünf Prozent auf Venture- und elf Prozent auf Growth-Capital-Fonds. Beide Anlageklassen bewegten sich damit etwa auf Vorjahresniveau. Den Löwenanteil von 57 Prozent machten wie gewohnt Buy-Out-Fonds aus, deren Anteil aber kontinuierlich schrumpft (2005: 74 Prozent; 2006: 70 Prozent; 2007: 66 Prozent).

SCM stellt seit Mai eine leichte Entspannung der Kreditmärkte fest und geht davon aus, dass es im Falle einer Wiederbelebung des Marktes keine Kapitalengpässe gibt. Das Unternehmen beziffert den Mittelüberhang der Branche aufgrund der hohen Neugeldzuflüsse zwischen 2006 und 2008 auf etwa 500 Milliarden Euro. (hb)

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