Anzeige
Anzeige
27. Oktober 2009, 18:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nicht zu früh freuen

Stefan Löwer

Auf den ersten Blick ist der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP für geschlossene Fonds überwiegend positiv, doch konkret vereinbart ist wenig.

L Wer1-127x150 in Nicht zu früh freuen

Cash.-Kolumnist Stefan Löwer

So will die neue Regierung zum Beispiel an der Freistellungsmethode bei Doppelbesteuerungsabkommen festhalten und zu rechtsstaatlichen Prinzipien zurückkehren, also auf rückwirkende Gesetzesänderungen verzichten und die höchstrichterliche Rechtsprechung respektieren (anstatt sie durch Nicht-Anwendungserlasse auszuhebeln). Allerdings: Die Vereinbarungen gelten nur „grundsätzlich“.

Ebenfalls positiv klingt die Ankündigung, bei einer international abgestimmten Regulierung „alternativer Investmentfonds“, zu denen wohl auch geschlossene Fonds zählen,  den „Besonderheiten der deutschen Fondstypen Rechnung zu tragen“. Was das konkret bedeutet, bleibt indes offen.

Für den Vertrieb soll eine Regulierung „in Anlehnung“ an das Versicherungsvermittlergesetz erfolgen. Der Finanzdienstleisterverband AfW etwa begrüßt dieses Ziel, auch weil damit nach seiner Ansicht die umstrittene Beweislastumkehr für Beratungsfehler vom Tisch ist.

Doch besonders freundlich klingt der Koalitionsvertrag in diesem Bereich nicht. „Die Haftung für Produkte und Vertrieb soll verschärft werden“, heißt es dort drohend. Unabhängig von dem Vertriebsweg müssten die Verbraucher vor „falscher Finanzberatung“ und „unseriösen Produktanbietern“ geschützt werden.

Die starken Worte dürften auch daraus resultieren, dass der Finanzvertrieb im Koalitionsvertrag unter „Verbraucherschutz“ abgehandelt wird. Verbraucherministerin bleibt Ilse Aigner (CSU) – jene Ministerin also, die sich bereits kurz nach ihrem Amtsantritt Ende 2008 mit einer umstrittenen Studie zur Finanzberatung und der durch nichts belegten Behauptung in die Schlagzeilen brachte, durch Falschberatung entstünde jährlich ein Schaden von 20 bis 30 Milliarden Euro.

Die Branche sollte sich deshalb nicht zu früh freuen. Der Koalitionsvertrag ist in vielen Punkten sehr schwammig, die konkrete Umsetzung der Ankündigungen wird wohl noch einiges Gezerre in den Koalitionsrunden erfordern. Und was am Ende wirklich herauskommt, bleibt weiterhin ungewiss.

Stefan Löwer ist Chefanalyst der G.U.B., Deutschlands ältester Ratingagentur für geschlossene Fonds, und begleitet den Themenbereich geschlossene Fonds in der gesamten Cash.-Unternehmensgruppe. Als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst  beobachtet Löwer die Branche und ihre Produkte insgesamt bereits seit mehr als 15 Jahren.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

“Mietpreisbremse allein ist machtlos”

In Berlin und München sind die Mieten nach Einführung der Mietpreisbremse noch schneller gestiegen als zuvor. Das geht aus einer Analyse von Immowelt hervor. Carsten Schlabritz, CEO von Immowelt fordert mehr Maßnahmen gegen steigende Mieten.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...