Anzeige
Anzeige
10. März 2010, 14:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nachschlag, gefälligst! Wenn Initiatoren Nachschüsse fordern

Seit die Weltwirtschaft kollabiert ist, verbreitet bei geschlossenen Fonds ein Begriff Angst und Schrecken: Nachschüsse. Doch wann müssen Anleger tatsächlich frisches Geld in ihre Fonds einlegen? Und wann sollten sie es tun?

Nachschlag1 in Nachschlag, gefälligst! Wenn Initiatoren Nachschüsse fordern

Text: Stefan Löwer

“Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt, eine Verpflichtung zu Nachschüssen besteht nicht.” Dieser Satz findet sich so oder ähnlich in fast allen Emissionsprospekten von geschlossenen Fonds in der üblichen Rechtsform der GmbH & Co. KG. Und doch sehen sich derzeit nicht wenige Investoren mit Forderungen ihrer Fondsgesellschaften nach frischem Kapital konfrontiert, insbesondere bei Schiffsbeteiligungen. Wie kann das sein?

Ausgangspunkt ist das Handelsgesetzbuch (HGB). Demnach ist zwar eine Haftung über die im Handelsregister eingetragene Haftsumme hinaus ausgeschlossen, „soweit die Einlage geleistet ist“. Aber: Die Einlage gilt als nicht geleistet, wenn sie zurückbezahlt wurde. Das ist immer dann der Fall, wenn die  Ausschüttungen den bilanziellen Gewinn übersteigen und dadurch die Haftsumme unterschritten wird.

Haftung der Anleger lebt wieder auf

Und das ist der Knackpunkt: Die Ausschüttungen von geschlossenen Fonds sind regelmäßig höher als der handelsrechtliche Gewinn. Ausgeschüttet werden üblicherweise die erwirtschafteten Liquiditätsüberschüsse, das handelsrechtliche Ergebnis liegt durch Abschreibungen (Buchverluste) oft deutlich darunter. Das ist konzeptionell durchaus gewollt, weil das bilanzielle Ergebnis Grundlage für die Besteuerung ist – je niedriger, desto besser. Vor allem Fonds, die bis 2005 aufgelegt wurden, sahen in den Anfangsjahren hohe (Buch-)Verluste vor, die den Anlegern anteilig zugewiesen werden konnten und zu Steuervorteilen führten. Aber sie drückten meist auch das Kapitalkonto unter die Haftsumme.

In diesen Fällen sind die Ausschüttungen, die in jüngerer Zeit in den Fondsprospekten auch als „Auszahlungen“ oder „Entnahmen“ bezeichnet werden, rechtlich als Rückzahlung der Einlage einzustufen. Folge: Die Haftung lebt wieder auf, und der Anleger muss die Auszahlungen unter Umständen zurückführen, bis die Hafteinlage wieder vollständig aufgefüllt ist. Die Rückzahlungsverpflichtung besteht bis zu fünf Jahre nach Ausscheiden des Anlegers aus dem Fonds.

Seite 2: Warum der Gesellschaftervertrag entscheidend ist

Weiter lesen: 1 2 3 4

Anzeige

1 Kommentar

  1. […] Nachschlag, gefälligst! Wenn Initiatoren Nachschüsse fordern … […]

    Pingback von Neue Solarfonds | Umweltfonds.Biz - Blog über Ökofonds, geschlossene Fonds und Biogasfonds — 14. März 2010 @ 01:08

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Honorarannahmeverbot (auch) für BGH-Richter

Es soll ein Honorarannahmeverbot für Versicherungsmakler eingeführt werden, da eine Vergütung die “Unabhängigkeit eines Versicherungsmaklers suggerieren” könnte. Kann nicht auch das Gegenteil eintreten und eine sehr großzügige Honorarvergütung die Unabhängigkeit gefährden?

mehr ...

Immobilien

Bauboom geht weiter – doch Wohnungsmangel bleibt

Der Boom im deutschen Wohnungsbau hält angesichts der starken Nachfrage an. Im vergangenen Jahr wurden 277.700 Wohnungen fertig gestellt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Allerdings liegt dies Zahl noch deutlich unter dem Bedarf.

mehr ...

Investmentfonds

Meag setzt auf Liquid Alternatives

Liquid Alternatives sind derzeit speziell im Segment Multi Asset stark nachgefragte Vermögenswerte. Die Meag hat nun einen Publikumsfonds zum Thema aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage und Altersvorsorge: AK Beratungsprozesse veröffentlicht neuen Analysebogen

Der Arbeitskreis (AK) Beratungsprozesse hat den neuen Analysebogen “Versorgung” erarbeitet, der die Themen Geldanlage und Altersvorsorge verknüpfen soll. Die Beratungshilfe steht auf der Internetseite des AK zum Download bereit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bürgerenergie-Projekte dominieren erste Windkraft-Ausschreibung

Die Konsequenzen der aktuellen Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Onshore-Windparks sind mehr Wettbewerb, hohe Unsicherheit und weniger Investitionsobjekte. Kommentar von Thomas Seibel, Geschäftsführer der re:cap global investors ag

mehr ...

Recht

Möblierte Wohnungen: Checkliste für Vermieter

Möblierte Wohnungen auf Zeit mieten zu können ist für Mieter und Vermieter praktisch. Auch wenn Mieter und Vermieter in der Regel Privatpersonen sind, müssen sie einige wichtige Punkte beachten. Der Immobilienverband IVD hat eine Checkliste erstellt.

mehr ...