BAC-Policenfonds: Zwischen Hoffen und Bangen

Seit Wochen ranken sich Gerüchte um den Initiator BAC. Während die Forenwelt über das Aus des Unternehmens und die Abwicklung sämtlicher Fonds spekuliert, bemüht sich BAC, die Lage zu beruhigen. Wie ist es um die Fonds und das Emissionshaus bestellt?

inflation euro-krise

Fakt ist: Sämtliche BAC-Policenfonds aus der Life-Trust-Reihe sind im Life Trust Asset Pool (LTAP) gebündelt, dessen Anschlussfinanzierung mehr als wackelt. Fremdkapitalgeber des Pools ist die US-Bank Wells Fargo, die ihren 225-Millionen-US-Dollar-Kredit allerdings fällig gestellt hat und das Policen-Portfolio verwerten will. Betroffen wären rund 8.000 Privatinvestoren, die ihre Einlagen im schlimmsten Fall komplett verlieren könnten.

Um „das Vermögen des LTAP und damit auch der Anleger zu schützen“,  hat der LTAP am 22. Dezember 2010 Gläubigerschutz nach US-Recht („Chapter 11“) beantragt. Mit dem Schritt will BAC Zeit gewinnen, um die Finanzierung der Fonds ohne Zugriff von Wells Fargo neu zu ordnen. Am 10. Februar soll ein US-Gericht über die Zulassung des Verfahrens entscheiden. Gäbe es grünes Licht für Chapter 11, dürfte die Bank nichts unternehmen, was die Fortführung des Geschäftes der Fonds gefährdet.

Für den Berliner Initiator gingen dann allerdings die Aufräumarbeiten los: Um die Finanzierung des Policen-Pools wieder auf die Beine zu stellen, müssten Anleger Kapital nachschießen. Rund 25 Millionen US-Dollar sollen auf diesem Wege aufgebracht werden, so die Zielsetzung von BAC. Zudem hätten insitutionelle Investoren signalisiert, als Eigenkapitalgeber einzuspringen.

Wie es um die Nachschuss-Bereitschaft der Anleger bestellt ist, darüber macht das Emissionshaus zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Angaben. Gegenüber Cash.Online erklärte BAC lediglich: „Wir befinden uns derzeit in intensiven Gesprächen, die bereits eine positive Resonanz erkennen lassen.“

Richtig Fahrt nahmen die Spekulationen auf, als vor rund einer Woche im Finanzportal „Wallstreet:Online“ die Nachricht verbreitet wurde, das Unternehmen ziehe sich als Emissionshaus zurück, alle Fonds – also auch die Infrastruktur-Beteiligungen – seien aus der Platzierung genommen und stünden vor der Rückabwicklung.

Dem widerspricht BAC: Kein einziger Fonds des Hauses werde rückabgewickelt. Richtig sei, dass die zum Ende Januar 2011 ohnehin auslaufenden Fonds vorzeitig eingestellt wurden. Dabei habe man einigen Neu-Anlegern bei einem Fonds der Infratrust-Reihe (US-Mobilfunk) angeboten, die noch nicht wirksam gewordenen Zeichnungen zurückzustellen.

Dies stehe jedoch in keinerlei Zusammenhang mit der aktuellen Situation der Lebensversicherungs-Fonds, betont das Unternehmen und versichert: „Selbstverständlich wird es BAC auch in Zukunft geben“.

Zunächst bleibt jedoch abzuwarten, ob die Richter das Chapter-11-Verfahren zulassen. Wenn nicht, droht den Anlegern der Totalverlust und BAC ein kräftezehrender Rechtsstreit, der die Zukunft des Emissionshauses schwer belasten könnte.

Doch auch wenn die Richter zustimmen, dürfte das BAC-Management nach dem Abgang von Geschäftsführer Oliver Schulz, der das Unternehmen im Dezember verlassen hat, in nächster Zeit alle Hände voll zu tun haben, damit es gelingt, die Weichen für die Zukunft zu stellen. (hb)

Foto: Shutterstock

9 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.