Tonnagesteuer wird zum Damoklesschwert

Auf den Schiffsmärkten ist die Situation immer noch angespannt. Das Überangebot an Tonnage lässt auch weiterhin keine Verbesserung der Charterraten zu. Bei den Bulk Carriern leiden die oberen Größenklassen am meisten. So gaben die Charterraten der Größen 150.000 tdw (tons dead weight)  beziehungsweise 170.000 tdw im Vergleich zum Vorquartal um 8,11 Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent nach. Damit erwirtschaften sie teilweise noch nicht mal ihre Betriebskosten – ganz zu schweigen vom Kapitaldienst.

Die Entwicklung des Tankermarktes ist zweigeteilt. Während sich der positive Trend der Raten der Handysize (+2,02 Prozent) und Aframax-Tanker (+ 7,19 Prozent) bestätigt, müssen Suezmax- (-20,75 Prozent) und VLCC-Tanker (-61,06 Prozent) erhebliche Rückschläge hinnehmen. Auf dem Markt für Containerschiffe zeichnet sich zumindest eine Stabilisierung ab. Während die mittleren Größenklassen (1.000 TEU-2.500 TEU) einen moderaten Anstieg verzeichnen, müssen die kleineren (725 TEU) und größeren Segmente (3.500-4.400 TEU) weitere, wenn auch gemäßigtere Abschläge hinnehmen. Trotz der Charterratensituation wachsen die Schiffsflotten weiter. So stehen in den Auftragsbüchern der Werften bis zum Ende des dritten Quartals allein 1.711 Bestellungen für Bulk Carrier. Das entspricht mit einem Volumen von knapp 137 Millionen tdw fast 18 Prozent der fahrenden Flotte.

Die Zahlen in den Orderbüchern der anderen beiden Schiffsklassen fallen geringer aus – aber auch hier wächst die Flotte unaufhörlich. Zudem werden nicht ausreichend Schiffe verschrottet, was das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage wieder herstellen könnte. Auf dem Containerschiffsmarkt zeichnet sich ein Trend hin zu immer größeren Schiffen mit mehr Containerstellplätzen ab. Das verringert die Anzahl der Schiffe, erhöht jedoch trotzdem das Tonnageangebot. Somit bleibt die Überkapazität auf allen drei Märkten bestehen und übt weiterhin Druck auf die Entwicklung aus. Eine Wende auf den Schiffsmärkten ist deshalb weiterhin nicht vor 2014 zu erwarten.

Foto: DFR Deutsche Fonds Research

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