Savills: Transaktionsvolumen bei Wohnungsportfolios steigt

Wie das Immobilienberatungsunternehmen Savills mitteilt, betrug das Transaktionsvolumen auf dem Investmentmarkt für Wohnungsportfolios im ersten Quartal 2013 rund 3,77 Milliarden Euro. Für das Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeichneten auch Private-Equity-Fonds verantwortlich.

Karsten Nemcek, Savills

Mehr als 68.600 Wohneinheiten wechselten im Auftaktquartal 2013 den Besitzer – ein Zuwachs um drei Prozent binnen Jahresfrist, das Transaktionsvolumen stieg um fünf Prozent.

Einer der Wachstumstreiber war der Börsengang des Unternehmens LEG NRW , allerdings: „Doch selbst ohne Berücksichtigung des LEG-Börsengangs stieg die Zahl der gehandelten Wohnportfolios gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Fünftel“, unterstreicht Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation, die ungebrochen hohe Nachfrage nach deutschen Wohnimmobilien.

Wie Savills weiter mitteilt, kamen rund 56 Prozent der Käufer aus dem Ausland. Im Jahr 2012 zeichneten deutsche Investoren noch für mehr als drei Viertel des Transaktionsvolumens verantwortlich. Käufer aus Kontinentaleuropa, die in der Euro-Krise nach sicheren Anlagemöglichkeiten suchen, waren mit einem Anteil von 27 Prozent die aktivste Käufergruppe. Einen signifikanten Anteil hatten auch Investoren aus Nordamerika (22 Prozent). Wie schon im Vorjahr fokussieren die internationalen Investoren auf große und eher opportunistisch geprägte Bestände. So waren unter den acht gehandelten Paketen ab 1.000 Einheiten zwei notleidende Portfolios – beide gingen an ausländische Käufer.

Nach Private-Equity-Fonds und Geschlossenen Fonds waren demnach Bauträger und Projektentwickler die dominierenden Akteure auf der Verkäuferseite. Gegenüber dem Vorjahr sei vor allem im Projektentwicklungssegment ein sprunghafter Anstieg des Transaktionsvolumens zu verzeichnen: Im ersten Quartal 2013 wurden laut Savills acht Projektentwicklungsportfolios mit insgesamt knapp 1.000 Wohneinheiten für rund 270 Millionen Euro verkauft und damit beinahe so viele wie im gesamten Jahr 2012. „Der nun schon seit 2009 bestehende Nachfrageüberhang nach hochwertigen Wohnobjekten in den Ballungsräumen wird durch die gestiegene und weiter steigende Projektentwicklungsaktivität zwar reduziert, besteht aber nach wie vor“, analysiert Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für das Research in Deutschland.

Die anhaltend hohe Nachfrage könnte zur Folge haben, dass das hohe Transaktionsvolumen des Vorjahres von rund 10,66 Milliarden Euro in diesem Jahr nochmals übertroffen wird. „Immer mehr Eigentümer wollen das derzeit sehr günstige Marktumfeld nutzen und ihre Wohnportfolios in Teilen oder gänzlich verkaufen“, so Nemecek. Der nun im Juli geplante Börsengang der Deutschen Annington, der ursprünglich frühestens für das vierten Quartal vorgesehen war, sei dafür ein gutes Beispiel. Vor diesem Hintergrund erscheint die von den Savills-Researchern zu Jahresbeginn abgegebene Prognose eines „Transaktionsvolumens im hohen einstelligen Milliardenbereich“ inzwischen als zu konservativ. (af)

Foto: Savills

 

 

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