Neues zur Causa S&K – VGF sorgt sich um Branchenimage

Der VGF Verband Geschlossene Fonds ist besorgt, dass die Durchsuchungen und Festnahmen im Zuge der Ermittlungen gegen S&K sowie verbundene Unternehmen das Produkt geschlossener Fonds und deren im Gros seriöse und professionelle Anbieter in ein falsches Licht rücken. Unterdessen raten erste Anlegerschutzanwälte zu Klagen gegen Vermittler.  

Eric Romba, VGF

„Wir sehen die Entwicklungen und Auswirkungen des S&K-Sachverhaltes mit Sorge“, sagt VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba auf Anfrage von Cash.Online. Der Fall rücke das Produkt geschlossene Fonds in ein falsches Licht. „Fakt ist, dass das Gros der Anbieter geschlossener Fonds, insbesondere die Verbandsmitglieder, seriös und professionell arbeiten. Wenn es um den Weg geschlossener Fonds vom Anbieter an den Anleger geht, sind sie aber nicht allein. Auch der Vertrieb hat eine wichtige Funktion. Er hat die Aufgabe, das Produkt und die mit ihm verbundenen Partner genau und im Interesse des Anlegers zu prüfen“, so Romba weiter.

Als Anbieterverband habe man sich schon im Februar 2009 mit einem eigenen Eckpunktepapier für eine umfassende Regulierung des Marktes engagiert. Mitte Juli komme nun die umfassende Regulierung durch das Kapitalanlagegesetzbuch. „Sie bringt wichtige Markteintrittsbarrieren für Unternehmen, die zukünftig Fonds machen wollen und dafür Eigenkapital von Anlegern einwerben. Wir sind überzeugt, dass diese Markteintrittsbarrieren Entwicklungen, wie sie sich im Fall von S&K abzeichnen, minimieren können“, setzt Romba auf die neue Welt für Anbieter, Produkt und Vertrieb. Dennoch gibt er zu bedenken, dass es „am Ende aber kein Gesetz der Welt zu einhundert Prozent verhindern können wird, dass Menschen kriminell und betrügerisch handeln.“

Am Dienstag hatten über 1.000 Ermittlungsbeamte und 15 Staatsanwälte in sieben Bundesländern 130 Durchsuchungen durchgeführt. Gegen Verantwortliche der Frankfurter S&K-Holding und verbundener Unternehmen wird einer Mitteilung der Frankfurter Staatsanwaltschaft zufolge bereits seit Mitte 2012 unter anderem wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Kapitalanlagebetrugs ermittelt. Durchsucht wurden übereinstimmenden Medienberichten zufolge auch die Räumlichkeiten des Hamburger Emissionshauses United Investors, das als Partnerunternehmen über geschlossene Fonds Mittel für die Aktivitäten von Unternehmen der S&K-Gruppe eingesammelt hat. Nach Auskunft einer Justizsprecherin sind insgesamt sechs Verdächtige verhaftet worden.

Einem Bericht des „Manager Magazin“ zufolge haben staatliche Ermittler am Mittwoch auch die Räumlichkeiten der DCM Verwaltungs GmbH sowie der DCM Service GmbH (inzwischen MCS Service GmbH) in München durchsucht. Die DCM Deutsche Capital Management AG hatte diese beiden früheren Tochtergesellschaften am 14. Juni 2012 an die S&K Assets GmbH, eine Gesellschaft der S&K-Unternehmensgruppe, veräußert.

Die DCM Service ist bis dahin in nahezu allen DCM-Fonds mit der Anlegerverwaltung betraut gewesen. Daneben hat sie in zwei Flugzeugfonds und in den seit Juni 2000 aufgelegten Immobilienfonds die Geschäftsführung wahrgenommen. Die DCM Verwaltung ist in nahezu allen der seit Juni 1999 aufgelegten DCM-Fonds als Komplementärin tätig und hat zum Teil ebenfalls Geschäftsführungsfunktion.

Seite 2: DCM wehrt sich

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