Asien-Studie: Wachstumsphase der Immobilienmärkte vorbei

Der Aufwärtstrend der letzten Jahre nimmt für viele Märkte im asiatischen Raum ein Ende. Das zeigt eine aktuelle Studie der zur schottischen Aberdeen-Gruppe gehörenden Immobiliengesellschaft Degi, Frankfurt. Auch die reifen Märkte würden von den Rezessionsängsten und der schlechten Lage an den Kapitalmärkten nicht verschont, was auch im aktuellen Büromarktzyklus deutlich werde. Die Mehrzahl der Standorte habe die Wachstumsphase hinter sich und befinde sich nun in der Abschwungsphase, so das Ergebnis von Degi-Research.

Renditen stabil bis steigend, Mietpreise stagnieren

Die angespannte Situation zeige sich nicht nur in den volkswirtschaftlichen Zahlen, sondern auch in den immobilienwirtschaftlichen Kennziffern, wie Miete und Rendite. Die durchschnittliche Spitzenrendite der analysierten Standorte liegt bei 5,25 Prozent, wobei Tokio mit 3,50 Prozent und Hongkong mit 6,60 Prozent die Grenzen darstellen. Im Durchschnitt erwartet das Degi-Team für die kommenden Monate stabile beziehungsweise steigende Renditen im Büro- wie im Einzelhandelssegment.

Infolge steigender Leerstände erwarten die Analysten bei den Mietpreisen in der Summe Stagnation beziehungsweise eine leichte Korrektur nach unten. Bei der Betrachtung der Mietverläufe zeige sich eine gleichläufige Entwicklung der Märkte Asiens zueinander wie auch zu Europa, was sich mit der engen ökonomischen Verwandtschaft erklären ließe. Die höchsten Spitzenmieten haben die Experten mit rund 110,00 Euro in Hongkong Central/Admiralty und Tokio Otemachi/Marunouchi festgestellt.

Marktrisiko: Reife Märkte behaupten sich

Beim Immobilienstandort-Scoring nach Marktrisiko im Büroimmobiliensektor liegen mit Singapur, gefolgt von Hongkong und Tokio, die großen Wirtschafts- und Finanzzentren innerhalb Asiens vorn. Standorte, die sich zum einen durch gereifte, politisch und wirtschaftlich robuste Volkswirtschaften und zum anderen durch etablierte Immobilienmärkte auszeichnen. Die Emerging Markets von Ho-Chi-Minh-Stadt bis Bangkok sowie Peking und Kuala Lumpur landen in diesem Scoring nicht unerwartet auf den hinteren Rängen, so die Degi.

Es bleibe festzuhalten, dass die reifen Märkte Asiens durch ihre etablierte Stellung punkten können und aus Diversifikationsgründen gerade für sicherheitsorientierte Investoren aus Europa interessant bleiben. Wachsende Chancen eröffnen sich für eigenkapitalstarke Käufer, da der Verkaufsdruck bei hochfinanzierten Objekten zunehmen wird, glauben die Researcher. (hb)

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