BVI stärkt SEB den Rücken

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) stellt sich hinter die Pläne der SEB Asset Management, beide Frankfurt, die Auszahlungspläne für den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest zu bedienen.

Die SEB hatte am 29. Oktober bekannt gegeben, die Rücknahme der Anteile an dem SEB Immoinvest für eine Frist von drei Monaten auszusetzen, tags darauf aber mitgeteilt, existierende Auszahlungspläne von Anlegern dennoch bedienen zu wollen.

Nach Einschätzung des BVI verstößt die SEB mit diesem Vorhaben nicht gegen das nach dem Investmentgesetz herrschende Gleichbehandlungsgebot, wonach alle Anleger gleich zu behandeln seien. Der BVI argumentiert, dass Inhaber von Auszahlungsplänen als eine eigenständig definierte Gruppe gesehen werden müssen, die mit anderen Anlegern nicht zu vergleichen sei. Daher müsse die Bedienung von Auszahlungsplänen auch nach der Rücknahmeaussetzung weiterhin möglich sein.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) will das Vorgehen der SEB überprüfen und gegebenenfalls dagegen vorgehen.

Die Frankfurter Gesellschaft Kanam, die vergangene Woche die Rücknahme der Anteile von zwei offenen Imobilienfonds ausgesetzt hat, prüft eigenen Aussagen zufolge intensiv, ob die Gleichbehandlung der Kunden verletzt werde. Bei einem entsprechenden Ergebnis wolle man ebenfalls mit der Bedienung der Auszahlungspläne beginnen. „Wir handeln so nah wie möglich an den Bedürfnissen der Kunden, werden aber keinesfalls Rechtsbruch begehen“, so Kanam-Sprecher Dr. Michael Birnbaum.

Pramerica, München, dessen TMW Immobilien Weltfonds ebenfalls geschlossen wurde, teilt mit, die Entscheidung der Bafin abwarten zu wollen. Ein Alleingang komme nicht infrage, so ein Mitarbeiter des Unternehmens. Gebe die Bafin grünes Licht, wolle man selbstverständlich auch die Auszahlungspläne bedienen. (mo)

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