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6. Oktober 2008, 00:00
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HRE-Rettungsaktion im zweiten Anlauf

Das Rettungspaket für die krisengeschüttelte Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (cash-online berichtete hier) wurde im zweiten Anlauf verabschiedet. HRE-Chef Georg Funke steht unterdessen weiterhin im Mittelpunkt der Kritik und anscheinend vor dem Aus.

Weitere 15 Milliarden Euro Kreditlinie gezogen

Nachdem bekannt wurde, dass der durch Bund und Privatbanken zu vergebende 35 Milliarden-Kredit nicht ausreichen würde, um den HRE-Liquiditätslücke zu schließen, wurden gestern Nacht weitere Kreditlinien in Höhe von 15 Milliarden Euro gezogen.

Analysten der Deutschen Bank hatten Medienberichten zufolge bei der Buchprüfung der HRE festgestellt, dass der tatsächliche Bedarf des wankenden Bankhauses wesentlich höher ist, als zunächst angenommen ? und von der HRE-Führung angegeben.

Rettung vor der Börsenglocke

Zudem hatten Rating-Herabstufungen die Refinanzierung der Bank erschwert. Über das Wochenende nahm die Dramatik vor dem Hintergrund des beginnenden wochentäglichen Börsenhandels zu ? in der Nacht zum Montag einigten sich Bundesregierung und Finanzbranche dann nach mehrstündigen Verhandlungen, die Kreditlinien auf 50 Milliarden Euro zu erhöhen.

?Die gefundene Lösung stellt sicher, dass die Hypo Real Estate Group stabilisiert wird, auch bei andauernder Finanzkrise über ausreichende Liquidität verfügt und weiterarbeiten kann?, kommentierte HRE-Vorstandsvorsitzender Funke die Rettung in letzter Sekunde.

HRE-Führungsriege im Kreuzfeuer der Kritik

Die Agentur Reuters berichtet indes unter Bezug auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, Funke werde in den nächsten Tagen zurücktreten. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte, er halte es für undenkbar, dass das Management weitermache.

Dass die Führungsriege um Funke überhaupt noch in der Verantwortung steht, ist angesichts der jüngeren Entwicklung der Bank nicht selbstverständlich. Schon seit Jahresbeginn wankt die HRE und ist in regelmäßigen Abständen auf Finanzspritzen angewiesen. Die Kritik an den Verantwortlichen war bereits im Januar groß, als die Konzernleitung nach drastischen Kursverlusten aufgrund eines abgeschriebenen Kredit-Portfolios Vorwürfe hinnehmen musste, Anlegern und Öffentlichkeit die tatsächliche Situation ihres Hauses verschleiert zu haben (cash-online berichtete hier).

Neues Garantiepaket lässt Fragen offen

Laut Reuters sind an dem neuen Rettungspaket Finanzkreisen zufolge neben der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Postbank und der HVB Landesbanken, Genossenschaftsbanken und Versicherer wie die Allianz und die Münchener Rück beteiligt.

Bis zu einer Gesamthöhe von 14 Milliarden Euro soll der Finanzsektor 60 Prozent und der Bund 40 Prozent der möglichen finanziellen Belastungen tragen, die sich aus der Garantie ergeben könnten, so das Bundesfinanzministerium.

Unklar bleibt dagegen bislang, wie sich der veränderte Kreditrahmen im Detail auf Bund und Private verteilt. Obwohl er auf 50 Milliarden Euro erhöht wurde, soll die Haftung des Finanzsektors unverändert maximal 8,5 Milliarden Euro betragen. (hb)

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