Anzeige
2. Juli 2010, 15:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Verschärfte KfW-Förderstandards in der Kritik

Die staatliche Förderbank KfW hat zum 1. Juli ihre Förderstandards für das klimafreundliche Sanieren und Bauen verschärft. Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen befürchtet, dass dadurch die Baukosten weiter in die Höhe getrieben werden und sich bei stagnierenden oder sinkenden Realeinkommen weniger Menschen Wohneigentum leisten können.

Vierkoetter Neu in Verschärfte KfW-Förderstandards in der Kritik

Frank Vierkötter, BFW

“Gerade junge Familien mit Einkommen im unteren und mittleren Bereich, die sich vor fünf Jahren noch ihr eigenes Haus finanzieren konnten, werden künftig ihren Traum von den eigenen vier Wänden nicht mehr verwirklichen können”, sagt Frank Vierkötter, Stellvertretender Präsident des Spitzenverbands der privaten Immobilienwirtschaft und Vorstandsvorsitzender der Interhomes AG. “Allein in einem Standard-Reihenhaus mit 120 Quadratmetern bedeuten die gestiegenen Anforderungen in den letzten fünf Jahren eine Kostensteigerung von rund 20.000 Euro”, so Vierkötter weiter.

Künftig entfallen die beiden Stufen KfW-Effizienzhaus 130 im Programm Energieeffizient Sanieren und KfW-Effizienzhaus 85 im Programm Energieeffizient Bauen. Die Förderbank passt damit ihre Programme an die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 an, die zum Oktober letzten Jahres in Kraft getreten ist. Der Jahres-Primärenergiebedarf von Neubauten muss damit die neue EnEV um mindestens 30 Prozent unterschreiten. Im Gebäudebestand beträgt die Unterschreitung mindestens 20 Prozent.

“Durch diese Anpassungen ist die Politik unangemessen vorgeprescht. Richtig wäre es gewesen, die im Koalitionsvertrag vorgesehene Evaluierung der EnEV 2009 abzuwarten. Durch die Erhöhung der Energieeffizienzkriterien werden künftig immer weniger immer mehr erreichen, während die Masse sich ausklinkt. Wir befürchten, dass die Bundesregierung dies letztlich zur Legitimation ihrer Sparpläne bei den KfW-Programmen nutzt. Eine klimagerechte Wohnraumanpassung ist in der Breite so nicht zu erreichen”, kritisiert der Verbandsvize.

Der BFW moniert zudem, dass noch immer eine praxisgerechte Förderung zur Wohneigentumsbildung fehle: “Wir warnen davor, dass die eigene Immobilie, obwohl sie laut des Instituts für Demoskopie Allensbach von rund 65 Prozent der Deutschen als adäquate Altersvorsorge gewünscht wird, ungewollt zum Ladenhüter verkommt. Wir brauchen ein probates Mittel, das vor allem junge Familien in die Lage versetzt, ein Eigenheim zu erwerben”, Vierkötter weiter: “Der 2008 eingeführte Wohn-Riester ist noch zu kompliziert und wird von unseren Kunden wenig angenommen. Daher muss er wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, dringend vereinfacht werden. Hierzu zählt unter anderem die dauerhafte Einbeziehung von vermieteten Immobilien in das Eigenheimrentengesetz.”

Zudem empfiehlt der BFW, die Last der nachgelagerten Besteuerung bei Einmalzahlung zu reduzieren. Eine Vereinfachung des Wohn-Riesters trage dazu bei, das von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag gesetzte Ziel, die Wohneigentumsquote in Deutschland zu erhöhen und mehr Menschen eine sichere Altersvorsorge zu ermöglichen, zu erreichen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamt (Destatis) hatte der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern 2009 einen Rückgang von 12,4 und 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. (te)

Foto: BFW

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

“BU-Beratung durch Makler als bester Weg zur passenden Lösung”

“Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein hoch erklärungsbedürftiges Produkt”, sagt Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherung. Im Interview mit Cash. sprach er über die Bezahlbarkeit von BU-Policen und “best advice” vom Versicherungsmakler.

mehr ...

Immobilien

Die teuersten Hansestädte

Hamburg ist die teuerste der Hansestädte, sowohl für Mieter, als auch für Käufer. Ein Quadratmeter kostet mehr als doppelt so viel wie in Stralsund. Immowelt hat untersucht, welches die teuersten und günstigsten Städte der Hanse sind.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzkrise ist in der dritten Runde

Nach Meinung von Volkswirt Prof. Dr. Thomas Mayer befindet sich die Finanzkrise in der dritten Phase, mit politischen Trends, die aber auch Auswirkungen auf den Finanzsektor haben.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...