26. August 2011, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzierungskosten weiter rückläufig

Zum dritten Mal in Folge waren die Baufinanzierungskosten im Juli rückläufig. Das zeigt der monatlich erhobene Trendindikator Baufinanzierung (DTB) des Finanzdienstleisters Dr. Klein.

Baufi1-127x150 in Finanzierungskosten weiter rückläufigIm Vergleich zum Vormonat reduzierte sich die Standardrate um monatlich 17 Euro oder 2,17 Prozent. “Der Ansturm auf deutsche Staatsanleihen, der durch die erweiterte Euro-Krise und die Unruhen an den Finanzmärkten hervorgerufen wurde, senkte sowohl deren Renditen als auch die Baufinanzierungszinsen. Letztere sanken im vergangenen Monat um rund 0,2 Prozent und schaffen damit für Häuslebauer eine – in vielerlei Hinsicht – optimale Situation für den Immobilienerwerb. Wer sich eine Immobilie wünscht, sollte die aktuelle Situation auf jeden Fall nutzen, um sich intensiv über den Erwerb eines neuen Heims zu informieren. Der Kostenrahmen sollte gemeinsam mit einem Spezialisten in einer unabhängigen Beratung ermittelt werden. Hier ist es wichtig, dass Zins- und Tilgungszahlungen eines Darlehens nicht so groß sind, dass die kleinste finanzielle Mehrbelastung eine Rückzahlung gefährdet. Hinzu kommen die Nebenkosten für Heizung, Strom und Steuern. Hier gilt die Faustregel, dass monatlich zwei bis drei Euro pro Quadratmeter für diese Zusatzkosten kalkuliert werden sollten. Für zukünftige Renovierungen oder zur Instandhaltung kommt noch ein Euro pro Quadratmeter hinzu!, so der Kommentar von Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher bei Dr. Klein & Co.

Der durchschnittliche Tilgungssatz ist laut DTB im Juli um 3,8 Prozent auf eine absolute Tilgungsrate von 1,64 Prozent angestiegen. Gegenüber dem Vormonat bedeutet diese leicht höhere Tilgung eine um acht Monate kürze Gesamtdarlehenslaufzeit. “Dies schlägt sich auch auf die Kosten nieder: Wer 150.000 Euro zu einem Sollzins von vier Prozent von der Bank geliehen hat und dieses mit 1,64 Prozent statt mit 1,58 Prozent tilgt, bezahlt etwa 2.800 Euro weniger Zinsen für sein Darlehen”, so der Vorstandschef des Lübecker Finanzdienstleisters.

Im Gleichschritt mit den fallenden Zinsen erhöhte sich die durchschnittliche Sollzinsbindung nach DTB-Ergebnissen im Juli um einen Monat auf zehn Jahre und sieben Monate. Innerhalb der letzten zwölf Monate hat der Trend hin zu langen Zinsbindungen Kunden durchschnittlich sechs Monate längere Zinsbindungen vereinbaren lassen. Dazu Gawarecki: “Bei den aktuell attraktiven Konditionen für lange Zinsbindungen von zwanzig und mehr Jahren nutzen immer mehr Kunden die Chance auf langfristige Sicherheit. Diesen Wunsch haben Banken vermehrt aufgenommen und zusätzliche Angebote mit langen Zinsbindungen geschaffen. Kunden können davon nur profitieren, denn sollten sie sich wider Erwarten nach zehn Jahren doch für eine andere Finanzierung entscheiden wollen, so haben sie per Gesetz jederzeit das Recht, das Darlehen kostenfrei zu kündigen. Inwiefern sich die attraktiven, langen Zinsbindungen vor dem Hintergrund neuer Regulierungen aus Brüssel halten können, ist ungewiss. Eine aktuelle Diskussion stellt die Vorfälligkeitsentschädigung in Frage. Diese Entschädigung erhalten Banken bisher, wenn Kunden vor dem Ablauf der maximal zehnjährigen Sollzinsbindung ihre Darlehen ablösen wollen. Das gibt den Banken eine Sicherheit, die – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – in Deutschland langfristige Zinsbindungen ermöglicht und für Stabilität im Markt sorgt.”

Seite 2: So haben sich Darlehen und Beleihungsauslauf entwickelt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Wildunfall im Winter – Kfz-Versicherung zahlt nicht immer

Die Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem Wildtier erhöht sich im Herbst aufgrund der frühen Dämmerung enorm. Allerdings werden die durch einen Wildunfall entstandenen Schäden nicht immer von der Kfz-Versicherung übernommen, weist die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI) hin.

mehr ...

Immobilien

Unsichtbaren Wohnraum nutzen

In deutschen Metropolen sind viele ältere Bestandswohnungen zu groß, denn die Bevölkerung wird vor allem in Großstädten immer mehr zur Single-Gesellschaft. Es werden daher mehr kleinere Apartments statt großzügig geschnittener Wohnungen benötigt. Doch anstatt die Flächeneffizienz im Bestand zu verbessern, wird sie aktiv verhindert. Schuld daran ist unter anderem die verstärkte Ausweisung von Milieuschutzgebieten.

mehr ...

Investmentfonds

Quirin Privatbank baut Drittvertrieb auf

Die Quirin Privatbank nutzt ab sofort auch den Drittvertrieb, um neue Kunden zu gewinnen. Bundesweit möchte das Institut Kooperationspartner wie unabhängige Makler und Finanzanlagenvermittler für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewinnen. Verantwortet wird der Drittvertrieb von Hartmut Herzog, CEFA.

mehr ...

Berater

Talentförderung ist Chefsache

Nachwuchskräfte, die derzeit ein Praktikum absolvieren, erwarten kommunikationsstarke Führungskräfte. In der Praxis erleben sie aber oft das Gegenteil. Das ist ein Ergebnis des „Future Talents Report“, für den die Unternehmensberatung CLEVIS Consult 7.664 Talente befragte, die ein Praktikum absolvierten oder als Werkstudenten arbeiteten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Steuerfalle Verkauf von Unternehmensanteilen

Bei der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Eigner von Geschäftsanteilen sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

mehr ...

Recht

Wie Angehörige von Rückforderungen der Sozialhilfe für Pflegekosten befreit werden

Haben Pflegezusatzversicherungen als Vermögensschutzpolicen ausgedient? Eine Analyse von Dr. Johannes Fiala und Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

mehr ...