Anzeige
Anzeige
16. September 2011, 10:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Investmentmärkte: “Risikoaversion spürbar”

Die Turbulenzen auf den Aktien- und Anleihenmärkten in den letzten beiden Monaten stehen im direkten Zusammenhang mit vier miteinander verbundenen makro-ökonomischen Kräften. Zusammengenommen erzeugen diese Faktoren Wellen der “Risikoaversion”, die die Investmentmärkte erschüttern.

Jaques-Gordon1-127x150 in Investmentmärkte: Risikoaversion spürbar

Jaques Gordon, LIM

Gastkommentar von Jaques Gordon, LaSalle Investment Management

1. Das G-7 Wachstum ist zum Stillstand gekommen. Die USA, Japan, Großbritannien und Europa werden im zweiten Halbjahr 2011 wahrscheinlich nicht mehr wachsen. Und eine leichte Schrumpfung ist derzeit eine sehr reale Möglichkeit.

2. Die Herabstufung der Bonität einzelner Staaten und die Volatilität schaden der Gesundheit des globalen Bankensystems, insbesondere in Europa.

3. Die Unternehmen halten sich bei der Einstellung neuer Mitarbeiter und bei Investitionen in eine ungewisse Zukunft zurück – insbesondere, wenn noch Unklarheit in Bezug auf regulatorische Neuregelungen herrscht.

4. Die Regierungen stehen durch die gleichzeitige Forderung nach Sparprogrammen, Anreizmaßnahmen und Reformen unter Druck – eine fast unmöglich zu bewältigende Aufgabe.

Die offensichtliche “Risiko-Aversion” zeigt sich an den sich ausweitenden Spreads von Unternehmensanleihen und Immobilien gegenüber Staatsschulden – auch wenn die Kreditwürdigkeit dieser Staaten gerade erst herabgestuft wurde (wie im Falle von Japan und den USA im August). Sie zeigt sich auch an der steigenden Volatilität des Aktienmarktes. Schließlich verstärkt sie die Zurückhaltung großer Unternehmen und Investoren, geschäftliche Entscheidungen zu treffen und wohlüberlegte Risiken einzugehen, die für ein gesundes Wirtschaftswachstum notwendig sind.

Welche Auswirkungen hat diese Risikoaversion auf Gewerbeimmobilien? In den ersten Wochen nach der Herabsetzung des Kreditratings der USA wurden die Immobilienaktien ebenfalls von den Tumulten erfasst. REITs werden an den wichtigsten Börsen der Welt gehandelt, deshalb reagierten sie empfindlich auf lautes “Aktienmarktgeschrei”. In den Wochen danach machten die REITs jedoch mehr als die Hälfte ihrer Kursverluste wieder gut, was anderen Aktien nicht gelang. Mit Stand vom 31.August verloren globale REITs neun Prozent gegenüber ihrem Höchststand im Juli. Der allgemeine Aktienmarkt verzeichnete Verluste von 30 bis 40 Prozent.

Die Investoren erkannten, dass die Ertragsströme aus Gewerbeimmobilien nicht so volatil wie Bankenumsätze sind, da Mieteinnahmen auf festen vertraglichen Vereinbarungen beruhen. Eine Rezession der G-7 beeinträchtigt zwar die Wachstumsfähigkeit dieser Erträge, der Ertragsstrom als solcher wird jedoch nicht unterbrochen. Die sich ausweitenden Spreads von Immobilien gegenüber den sinkenden Renditen von US-amerikanischen, britischen, europäischen oder japanischen Staatsanleihen erscheinen einigen risikoscheuen Investoren nun attraktiver. Obwohl die Staatsverschuldungsrisiken zunehmen und die Kreditwürdigkeit einiger Staaten herabgestuft wurde, haben risikoscheue Investoren die Preise für viele hochbewertete Staatsanleihen in die Höhe getrieben. Dies lässt die große Renditespanne von Immobilien gegenüber diesen Anleihen für ertragsorientierte Investoren noch attraktiver erscheinen.

Seite 2: So sieht es im Bereich der nicht-börsennotiertern Immobilien aus

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Head of Global Sales bei Schroders

Schroders ernennt Daniel Imhof zum neuen Head of Global Sales. Mit der neu geschaffenen Position will das Haus auf die immer komplexer werdenden Kundenbedürfnisse sowie auf die steigende Nachfrage nach Fachkenntnissen eingehen.

mehr ...

Berater

Emerging Markets: Der Staub legt sich

Die Aktienmärkte der Schwellenländer haben schwierige Zeiten hinter sich. Einst gefeiert, dann geschmäht – so lassen sich die letzten zehn Jahre zusammenfassen. Nach und nach werden die guten Perspektiven aber wieder klarer. Gastkommentar von Marc Hellingrath, Union Investment

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...