Anzeige
5. September 2011, 15:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Schnelle Abfolgen von Krise und Boom”

Die Staatsschulden der Industrienationen der Welt belasten die künftige Entwicklung der Weltwirtschaft. Volatile Kapitalmärkte könnten die Folge sein – mit schnellen Abfolgen von Krise und Boom.

Gastkommentar von Marcus Lemli, Jones Lang LaSalle Deutschland

Marcus-lemli-jll-127x150 in Schnelle Abfolgen von Krise und BoomWie ein Damokles-Schwert hängen die Staatsschulden der Industrienationen der Welt über der künftigen Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Aktienmärkte haben bereits mit entsprechenden Turbulenzen reagiert. Alles in allem ist das Umfeld von zunehmender und möglicherweise dauerhafter Unsicherheit geprägt. Volatile Kapitalmärkte könnten die Folge sein – mit schnellen Abfolgen von Krise und Boom.

Folgende – durchaus auch gegenläufige – Trends sind zu erwarten:

Verstärktes Interesse an Immobilien-Investments, da sie Sachwerte darstellen und inflationsgeschützte Cash Flows bieten. Wesentlich im Fokus steht dabei der Faktor “Sicherheit”, Lage und Objektqualität. Das Interesse an “Core” wird sich weiter verstärken mit einer weiteren Verteuerung dieses Segments durch sinkende Anfangsrenditen im Gefolge.

Gesunkene Asset-Werte, Asset-Preise bei Anleihen und Aktien führten zu einer Übergewichtung der Immobilien-Investments in den Portfolios der Investoren. Soweit ein Blick zurück. Aufgrund ausgetrockneter Liquidität werden sich diese Investoren künftig notwendig in Zurückhaltung bei Immobilien-Investments üben müssen. Auch fehlendes Fremdkapital von den gegebenenfalls erneut krisengeschüttelten Banken dürfte eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Die Bankenbilanzen verkraften aufgrund der aktuellen Staatsschuldenkrise, die zu gesunkenen Anleih-Werten führt, und aufgrund der geplanten
Basel III-Regulierung keine neuen Immobilien-Kredit-Engagements – im Gegenteil.

Die Nachfrage nach Immobilien-Investments könnte sich dahingehend differenzieren, dass große Equity-Investoren (sehr große Versicherungen, Pensionsfonds, Staatsfonds, Privatinvestoren) auf Immobilien als “safehaven” setzen. Das geht einher mit einem Rückgang bei Investments, die Value add suchen, fremdkapitalgetrieben sind oder vom Aktienmarkt beeinflusst werden.

Zusammengefasst: Investment-Produkte in den Bereichen Core+ und Value Add treffen auf geringere Nachfrage beziehungsweise auf Nachfrage, die ausschließlich Core sucht. Das heißt Angebot und Nachfrage sind verschieden und klaffen auch preislich wieder stärker auseinander. Die Schere, die sich aufgrund verbesserter Nutzermärkte geschlossen hat, könnte sich wieder ausweiten – mit einem entsprechenden Rückgang des Transaktionsgeschehens im Gefolge.

Im Immobilienbereich war die Wertentwicklung in den letzten beiden Zyklen viel intensiver von der Schwankung der Renditen beeinflusst als von den Mietpreisentwicklungen. Die Immobilienpreise entwickelten sich deswegen stärker getrieben vom Kapitalmarkt als von Immobilien-Fundamental-Daten wie zum Beispiel Mieten.Immobilienpreise sind insofern in bestimmten Marktsegmenten – Objekten etwa mit langfristigen Mietverträgen – Kapitalmarktpreise und keine Immobilienpreise. Diese kapitalmarktgetriebenen Investments führen notwendigerweise und zwangsläufig zum Risiko von “Asset Bubbles”. Auf absehbare Zeit scheint diese Entwicklung unumkehrbar, deswegen müssen Investoren lernen, mit dieser Blasenbildung respektive der zunehmenden Volatilität an den Kapital- und Immobilien-Investment-Märkten umzugehen.

Der Autor ist Leiter Leasing & Capital Markets bei Jones Lang LaSalle Deutschland

Foto: Jones Lang LaSalle

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Spahn kündigt weitere Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge an

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine weitere Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung angekündigt. “Ich kann ihnen jetzt schon sagen: Wir werden in den nächsten Jahren die Beiträge nochmals erhöhen müssen”, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung “Maischberger”.

mehr ...

Immobilien

Zech Group steigt bei Holz-Hybridbau-Spezialist Cree ein

Die Zech Group GmbH aus Bremen, Deutschland, ist seit 19. April 2018 neben Eigentümer Rhomberg Ventures zweiter Partner in der Cree GmbH aus Dornbirn in Vorarlberg, Österreich. Mit weiteren Partnern wird verhandelt, um die Basis der lernenden Bauplattform zu erweitern.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank nimmt weniger Geld ein mit DWS-Börsengang

Der Börsengang der Vermögensverwaltungstochter DWS hat der Deutschen Bank weniger Geld eingebracht als erhofft. Um den schwächelnden Kurs in den ersten Wochen nach dem Handelsstart zu stabilisieren, sind rund 3,5 Millionen Aktien zurückgekauft worden, wie die damit beauftragte Schweizer Großbank Credit Suisse am Montag mitteilte.

mehr ...

Berater

Südwestbank streicht 140 Stellen

Die Südwestbank streicht einem Zeitungsbericht zufolge bis Ende 2019 etwa 140 Stellen. “Aufgrund der Notwendigkeit effizienterer Prozesse wird sich die Anzahl unserer Mitarbeiter reduzieren”, zitierte die “Schwäbische Zeitung” aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Südwestbank-Chef Wolfgang Kuhn und dem österreichischen Mutterkonzern Bawag. 

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin fährt Handelsplattform für Optionen in die Parade

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Interactive Services Worldwide Ltd. den unerlaubten Betrieb von Einlagengeschäften untersagt und die unverzügliche Abwicklung der Geschäfte verfügt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...