Wohnungsinvestments: „Alternative Paketlösung“

Cash.: Warum aber sollte bei Wohnungspaketen mit Restanten nach über zehn Jahren eine Privatisierung gelingen, die vorher gescheitert ist?

Kelber: Die Wohnungen, die in Wohnungspakete zusammengefasst werden, sind meist nicht weniger attraktiv als jene, die von den Mietern erworben wurden. Der Grund, warum sie nicht an Mieter verkauft werden konnten, liegt größtenteils in der persönlichen Situation des Mieters. Nach zehn Jahren sieht die Situation meist schon anders aus – beispielsweise wenn neue Mieter eingezogen sind. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die manchmal erst nach Jahren dazu führen, dass die Bewohner diese Wohnungen kaufen. Beispielsweise spielt das Kriterium Nachbarschaft eine große Rolle. Auch der Aspekt Inflationsschutz und die Aussicht, künftig keine Miete mehr zahlen und keine Mieterhöhungen mehr befürchten zu müssen, führen letztlich häufig zu einer Kaufentscheidung.

Cash.: Höheres Potenzial bringt zwangsläufig auch entsprechende Risiken mit sich. Wie sehen diese bei Wohnungspaketen aus und wie kann ihnen begegnet werden?

Kelber: Die Risiken entstehen insbesondere durch Fehler bei der Zusammenstellung und beim Kauf von Wohnungspaketen – beispielsweise wenn sie zu teuer eingekauft werden. Es besteht die Gefahr, dass – weil dem Käufer die erforderliche Erfahrung fehlt – möglicherweise geeignete Immobilien nur unzureichend geprüft werden. Zum Beispiel können sich die einzelnen Wohnungen zwar in guter Lage befinden. Handelt es sich aber um kleine Wohnungen mit hoher Fluktuation – beispielsweise weil dort viele Studenten wohnen – wird die Privatisierung schwierig. Risikobehaftet ist es auch, wenn die Privatisierung als Bestandsbereinigung betrachtet wird – beispielsweise wenn Wohnungen in schlechten Lagen, Objekte mit Vermietungsproblemen oder mit Instandhaltungsrückstau in Wohnungspaketen zusammengefasst werden. Investoren sollten die Pakete genau prüfen beziehungsweise prüfen lassen. Als Kapitalanlage eignen sich erfahrungsgemäß nur Restanten aus der Mieterprivatisierung. Abzuraten ist dagegen in der Regel vom Erwerb von Restanten, bei denen zuvor Wohnungen ausschließlich an Kapitalanleger verkauft worden sind.

Seite 4: Wo und wie Wohnungspakete funktionieren

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