22. Februar 2012, 16:00
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Fundamentaldaten besser als Immoaktienkurse

Die Fundamentaldaten der globalen Immobilienmärkte sind viel besser, als die Kurse von Immobilienaktien, die beträchtliche makroökonomische Risiken einpreisen. Politik wird in der ersten Jahreshälfte 2012 das beherrschende Thema sein. Eine Lösung der Euro-Staatsschuldenkrise würde den europäischen Immobiliensektor beflügeln.

Gastkommentar von Jim Rehlaender, Schroders

Jim Rehlaender, Schroders

Jim Rehlaender, Schroders

Der Unterschied zwischen den Fundamentaldaten des Immobilienmarkts und der Immobilienaktien ist heute größer denn je. Derzeit werden nicht genug neue Objekte gebaut, um selbst einer moderaten Nachfrage gerecht zu werden. Der drohende Mangel an Immobilienflächen würde normalerweise Kurspotenzial für Immobilienaktien erwarten lassen. Bisher sind solche Zugewinne jedoch ausgeblieben, da die Aktienmärkte seit einiger Zeit ausschließlich von makroökonomischen Faktoren dominiert werden. Außerhalb des US-Markts sind Immobilienwertpapiere um 20 bis 30 Prozent überverkauft. Wir sind zuversichtlich, dass die makroökomischen Bedenken, die heute die Märkte beherrschen, im Verlauf des Jahres abschwächen. Dadurch sollte es zu einer Neubewertung der Immobilienaktien kommen.

Der Abwärtstrend, den wir 2011 bei Immobilienaktien sehen konnten wird sich unseres Erachtens im Verlauf des Jahres aus drei Gründen umkehren: Erstens wurden am Markt unverhältnismäßig viele Leerverkäufe getätigt. Ein Stimmungswechsel würde eine starke Kursrally auslösen, da sich die Anleger dann mit den verkauften Aktien eindecken müssen. Zweitens herrschen an den Immobilienmärkten in der Regel Angebotsengpässe, während die Nachfrage der Private-Equity-Anleger und -Firmen nach Immobilienanlagen hoch bleibt. Drittens haben die Unternehmen ihr Kapital viel effizienter verwaltet als 2008 und verfügen über die nötigen Mittel, um die zahlreichen Chancen, die derzeit am Markt bestehen, nutzen zu können.

Makroökonomische Sorgen lenken vom ausgezeichneten Anlageumfeld ab

Der Druck im Immobiliensektor ist vor allem auf makroökonomische Probleme zurückzuführen, denn die Immobilienmärkte selbst sind weltweit in allgemein guter Verfassung. In vielen unserer wichtigsten Märkte wird das Angebot bald knapp werden: Banken und andere Finanzinstitute meiden den Sektor, sodass es für die Immobilien­entwickler wesentlich schwieriger wird, den aktuellen und zukünftigen Bedarf zu decken. Zudem ist die Nachfrage der Anleger weitaus größer als das Angebot an Immobilien, und die Preise haben sich deutlich von den Tiefständen im Jahr 2008 erholt. Die Fundamentaldaten der Märkte sind viel besser, als es die Kurse von Immobilienaktien nahelegen, da diese Titel aufgrund makroökonomischer Probleme mit einem hohen Abschlag notieren. Angesichts der pessimistischen Schlagzeilen übersehen viele Anleger, dass das Anlageumfeld in Bezug auf die Qualität der Objekte, die realistischen Renditeannahmen und die gute Kapitalausstattung der Eigentümer beziehungsweise Betreiber so gut ist wie seit Jahren nicht mehr.

Seite 2: Europa: Chancen in einer in Ungnade gefallenen Region

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