Erfolgsrezept der Big Four

Nach der Abwicklungswelle offener Immobilienfonds bleiben nur wenige Big Player am Markt. Dazu gehören RREEF, Union Investment, Commerz Real und Deka/Westinvest. Warum haben diese Fonds überlebt? Und was kann der Markt für die Zukunft daraus lernen?

Nach der Abwicklungswelle offener Immobilienfonds, darunter auch die zwei Branchengrößen SEB Immoinvest und CS Euroreal, stellt sich die Frage nach dem Erfolgsrezept der verbleibenden Big Four.

offene Immobilienfonds

Text: Barbara Kösling

Nachdem seit Ende 2010 insgesamt neun offene Immobilien-Publikumsfonds abgewickelt wurden, bestimmen im Wesentlichen die „Big Four“-Gesellschaften den Markt: die Deutsche-Bank-Tochter RREEF, Union Investment, Commerz Real sowie Deka/Westinvest, die insgesamt acht Immobilienfonds für Kleinanleger anbieten. Als einer der Hauptgründe für ihre Stabilität gilt die Anbindung an große Banken und Sparkassen. Auf diese Weise können die Fondsanbieter auf einen leistungsfähigen und erprobten Vertriebskanal zurückgreifen.

Fokus auf Privatanleger

Ein weiterer Grund, warum die großen Vier sich gut behaupten konnten: Sie haben frühzeitig eine Trennung zwischen institutionellen und privaten Anlegern vorgenommen. Dies trug wesentlich zur Stabilität bei. Denn diejenigen Fonds, die abgewickelt werden, gerieten zu einem wesentlichen Teil durch die abrupten Mittelabzüge institutioneller Investoren in Liquiditätsnöte.

„Wir haben immer eine deutliche Trennung zwischen Fonds für Privatanleger und solchen für institutionelle Anleger vorgenommen. Das ist bei offenen Immobilienfonds von essenzieller Bedeutung, weil das Recht zur täglichen Rückgabe der Anteilsscheine nur funktioniert, wenn es nicht von wenigen Großanlegern gleichzeitig ausgeübt wird und dadurch die im Fonds vorhandene Liquidität innerhalb von Tagen aufgebraucht werden kann. Genau das haben die jetzt geschlossenen beziehungsweise abwickelnden Fonds 2008 in der Finanzkrise erlebt“, betont Kutscher.

In den Retail-Fonds von Union Investment seien dagegen Hundertausende Privatanleger mit eher kleineren Beträgen investiert. Die gleiche Strategie verfolgt Deka. „In unseren Publikumsfonds befinden sich zu über 90 Prozent Privatanleger“, betont Knapmeyer.

Große, gut diversifizierte Portfolios, hauptsächlich Privatanleger mit kleinen und mittleren Beträgen – dies hat den großen Vier auch in der Krise der OIFs guten hohen Zulauf beschert. „Bei offenen Immobilienfonds kann man schon lange nicht mehr von einer einheitlichen Anlageklasse sprechen. Die Gespräche mit unseren Vertriebspartnern, den Sparkassen, zeigen, dass langfristig orientierte Privatanleger richtig konstruierten offenen Immobilienfonds das Vertrauen schenken“, sagt Knapmeyer.

Seite zwei: Konsequenzen der Abwicklung von neun Publikumsfonds

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