Baufinanzierung: Höhe der Darlehen aber auch der Tilgung steigt

Die durchschnittliche Darlehenshöhe ist gemäß Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) im März 2013 als Spiegel der steigenden Kaufpreise um 3.000 Euro auf 163.000 Euro geklettert. Dennoch scheinen Finanzierer kein höheres Risiko eingehen zu wollen, denn auch der durchschnittliche Tilgungssatz ist um 0,02 Prozent auf 2,27 Prozent gestiegen.

Stephan Gawarecki, Dr. Klein & Co. AG
Stephan Gawarecki, Dr. Klein & Co. AG

Demnach betrug im März 2013 die durchschnittliche Monatsrate für ein 150.000 Euro-Darlehen mit einer zehnjährigen Sollzinsbindung, einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent und zwei Prozent Tilgung 580 Euro.Damit ist die Standardrate gegenüber dem Vormonat um 14 Euro zurückgegangen. Im Vorjahreszeitraum lag sie gar bei 660 Euro.

Der aktuelle DTB hat für März mit einer durchschnittlichen Darlehenshöhe von 163.000 Euro den dritthöchsten Wert seit September 2009 registriert. Laut Europace Hauspreis-Index (EPX) haben sich aber auch die Preise für Eigentumswohnungen im März gegenüber dem Vormonat um 1,21 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern um 0,49 Prozent verteuert.

Der durchschnittliche Tilgungssatz von 2,27 Prozent marktiert den höchsten Stand seit September 2009. Im Vorjahreszeitraum lag er bei 2,12 Prozent.

„Durch die hohe Tilgung können Darlehensnehmer ihr Darlehen schneller zurückzahlen. Einige Darlehensgeber verlangen bereits eine erhöhte Mindesttilgung, um ihr Risiko als Gläubiger zu reduzieren. Doch auch Darlehensnehmer engagieren sich bewusst für mehr Sicherheit. Durch den Anstieg der durchschnittlichen Sollzinsbindung von elf Jahren und zehn Monaten auf zwölf Jahre sichern sich Darlehensnehmer das attraktive Zinsniveau für einen längeren Zeitraum“, kommentiert Dr. Klein-Vorstandssprecher Stephan Gawarecki die Ergebnisse.

Quelle: Dr. Klein

Gemäß DTB bringen Darlehensnehmer mit 22,17 Prozent etwas mehr Eigenkapital in ihre Finanzierung ein als noch im Vormonat (22,01 Prozent). Der durchschnittliche Beleihungsauslauf ist demzufolge von 77,99 Prozent auf 77,83 Prozent zurückgegangen.

„Dass Darlehensnehmer heute im Schnitt keine unkalkulierbaren Risiken eingehen möchten, zeigt sich ebenfalls im Anteil von Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz. Ihr Anteil steigt deutlich von 68,22 Prozent auf 69,06 Prozent. Statt auf weiter sinkende Zinsen zu spekulieren setzen Darlehensnehmer lieber auf einen festen Zinssatz mit langer Zinsbindung. Der Wunsch nach einem langen festen Zinssatz zeigt sich auch im Anteil der KfW-Darlehen. Ihr Anteil geht von 16,14 Prozent auf 15,57 Prozent zurück, da für KfW-Darlehen nur eine maximale Zinsbindung von zehn Jahren möglich ist. Im Gegensatz dazu nimmt der Anteil von Annuitätendarlehen mit variablem Zinssatz im März leicht von 1,33 Prozent auf 1,45 Prozent zu“, berichtet Gawarecki. (te)

Foto: Dr. Klein

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