Anzeige
28. Januar 2013, 14:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Der Markt steht vor einschneidenden Veränderungen”

Marcus Rex, Gründer und Vorstand der BS Baugeld Spezialisten, hat acht Thesen zur Zukunft der Finanzierung und Finanzierungsberatung aufgestellt. Cash. hat ihn dazu befragt.

Baugeld

Marcus Rex, BS Baugeld Spezialisten: “Die Regulierung und die niedrige Verzinsung zwingt Anbieter, verstärkt auf die Kosten zu achten.”

Cash.: Sie prognostizieren, dass sich Finanzierungsmarkt und -beratung in den kommenden ein bis zwei Jahren spürbar verändern werden. Was bringt Sie zu dieser Annahme?

Rex: Diese Einschätzung ist Ergebnis regelmäßiger Gespräche, die wir von den Baugeld Spezialisten sowohl mit dem Vertrieb als auch mit Finanzierungsportalen und Produktgebern geführt haben und führen.

Zudem gibt es Entwicklungen in anderen Bereichen der Finanzdienstleistung, die Auswirkungen auf unseren Markt haben. So zum Beispiel die erweiterte Stornohaftung und die Provisionsobergrenze im Vertrieb privater Krankenversicherungen oder das deutlich schwierigere Umfeld im Bereich der Anlagenvermittlung.

Diese Vertriebe treffen derzeit verstärkt die Grundsatzentscheidung, sich auf die Finanzierungsberatung zu konzentrieren.

Finanzierung ist komplexes Thema. Ein Wechsel dürfte Beratern nicht leichtfallen.

Das ist zwar richtig, doch sind es beispielsweise die PKV-Vermittler gewohnt, über Leads zu arbeiten und eine gut situierte Klientel in komplexen Produktlösungen zu beraten. Ähnliches gilt für Anlageberater.

Das erleichtert den Einstieg in die Materie, auch wenn die endgültige Regulierung der Finanzierungsberatung in den nächsten ein, zwei Jahren anstehen dürfte und heute bereits Duftmarken setzt.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Baugeld

Quelle: BS Baugeld Spezialisten

Welche Entwicklungen prognostizieren Sie für den Anbietermarkt?

Die Regulierung und die niedrige Verzinsung zwingt Anbieter, verstärkt auf die Kosten zu achten. Das wird erstens Auswirkungen auf deren Vertriebsorganisation haben – so könnte ich mir vorstellen, dass einige zukünftig auf Honorarberatung umstellen oder nur noch mit freien Vermittlern zusammenarbeiten – zweitens dafür sorgen, dass sich die Finanzierungskonditionen unserer Schätzung nach um einen halben Prozentpunkt verteuern und drittens zu einer Konsolidierung unter den kleinen und mittelständischen Banken führen.

Wird der Markt damit weniger attraktiv?

Nein, er bleibt für Vermittler attraktiv. Diese müssen sich allerdings auf neue Zielgruppen einstellen, denn aus unserer Sicht wird künftig das Prolongationsgeschäft überproportional zulegen.

Demnächst laufen reichlich Zehnjahresfinanzierungen aus der ersten „Goldgräberzeit“ im Finanzierungssektor um 2004/2005 aus. Die Umschuldung rückt stärker in den Fokus als die Neubaufinanzierung. Dort mangelt es ganz einfach an verfügbarem Bauland.

Themenwechsel: Ihr Haus plant für 2013 eine Qualitätsoffensive. Wie sieht die aus?

Wir haben unser Franchisesystem überarbeitet und setzen dies nun um. Dabei lassen wir die in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen einfließen. Entsprechend einem „best-practice-Ansatz“ wurden unsere regionalen Erfolgsmodelle zum Vorbild.

So schulen wir individuell unsere Franchisenehmer und deren Personal, um Stärken zu stärken und etablieren einheitliche Service-Levels. Wir wollen in der jeweiligen Region die beste Qualität liefern.

Interview: Thomas Eilrich

Foto: Shutterstock & BS Baugeld Spezialisten

1 Kommentar

  1. In vielen Punkten teilen wir die lesenswerten Einschätzungen von Marcus Rex. Der Finanzierungs- und Vermittlermarkt befindet seit der Finanzkrise in einem erheblilhen Wandlungsprozess, der sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird.

    Dass die anstehenden Prolongationen und das allgemeine Interessen an der Immobilie als wichtiges Segment der Vermögens- und Alterssicherung Beratern und Vermittlern gute Entwicklungschancen bietet ist ebenfalls sicher richtig.

    Und fraglos hat der Einzelkämpfer vor Ort mittelfristig in der Kombination zwischen seiner persönlichen, regionalen Präsenz und einer überregionalen Qualitätsmarke eindeutig bessere Erfolgschancen.

    Gerade beim Thema Qualität und Kompetenz scheiden sich aber die Geister.
    Sicher ist ein internes Fortbildungs- und Informationsmanagement ein wichtiger Beitrag um allzu große Wissensunterschiede zwischen den einzelnen Beratern auszugleichen.
    Anders als Rex sind wir der Ansicht, dass das Finanzierungsthema ein zu komplexes Fachgebiet ist, als dass man es quasi „en passant“ mit einigen Schulungen, zentralem Clearing und einer guten Software vor Ort erfolgreich umsetzen kann. Selbst große Konzerne tun sich da schwer. Kreditspezialisten werden sich ja anders herum auch schwer tun, wenn es mal eben um die Beratung zur privaten Altersvorsorge oder die Einschätzung von Fonds geht.

    Als inhabergeführtes Unternehmen setzen wir deshalb nachhaltig auf langfristige selbständige Markenpartner, die bereits die fachliche Basis und Lebens-/Berufserfahrung in der Beratung von Finanzierungskunden mitbringen und unser Konzept mittragen.
    Durch unsere erfolgreiche Aufbauarbeit in vergangenen 6 Jahren, die es HYPOFACT nun gibt, fühlen wir uns übrigens in dieser Einschätzung bestätigt. Die sich damit ergebende besser Kostenstruktur wirkt sich zudem sehr positiv auf unsere Ertragslage, Unabhängigkeit und Flexibilität aus.

    Wir freuen uns aber, dass es mit Marcus Rex und den Baugeldspezialisten, der fast zeitgleich mit uns in das „Haifischbecken“ des Unternehmerdaseins gesprungen ist, ein weiteres Konzept für Finanzierungsvermittler gibt, der sich gemeinsam mit uns dem spannenden Markt stellt.

    Herzliche Grüße

    Matthias Rother

    Vorstand
    HYPOFACT AG
    http://www.hypofact.de

    Kommentar von Matthias Rother — 30. Januar 2013 @ 12:25

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Workarounds verhindern Digitalisierung der Versicherungsbranche

Gibt man bei Google die Stichwörter Versicherung und Digitalisierung ein, findet die Suchmaschine innerhalb von 0,38 Sekunden rund 3 Millionen Ergebnisse. Bei dieser Trefferzahl sollte man meinen, dass die Versicherungswirtschaft bei der automatisierten Datenverarbeitung relativ weit ist. Doch der Schein trügt. Zwar hat die Branche zahlreiche Anwendungen zur Automatisierung hervorgebracht und auch etabliert, doch viele davon sind Workarounds. Und genau diese Zwischen-Lösungen, wie beispielsweise Scan-Services, hemmen die Volldigitalisierung der Branche.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: Schwankende Coins an Gold binden

Seit jeher suchen Menschen Stabilität. Bei Währungen, der Basis unseres Wirtschafts- und sozialen Lebens ist dies nicht anders. Das hart verdiente und ersparte Geld soll nicht durch Inflation oder andere Unwägbarkeiten entwertet werden.

Gastbeitrag von Harald Seiz, Karatbars International GmbH

mehr ...

Berater

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...