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6. September 2013, 08:00
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Immobilienblase: Studien widersprechen Wahrnehmung

Niedrige Zinsen, Angst vor Inflation und die Eurokrise lassen die Deutschen noch öfter als sonst an Sachwerte denken. Dabei stehen Immobilien an erster Stelle. Die Folge: Steigende Preise in den wachstumsstarken Ballungsräumen.

ImmobilienblaseDass Immobilien eine gute Alternative zu Sparanlagen sind, meinen 62 Prozent der West- und immerhin noch 43 Prozent der Ostdeutschen, wie aus einer TNS Infratest-Umfrage im Auftrag von Wüstenrot und Württembergische hervorgeht.

Das sehen seit einigen Jahren auch institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen so, die wieder in Mietwohnungsbestände investieren. Hinzu kommt die Nachfrage von Eigennutzern. Alle drei genannten Käufergruppen fokussieren ihr Interesse vor allem auf die wachstumsstarken Ballungsräume mit der Folge, dass dort die Preise steigen und das Angebot zusehends knapper wird.

Angst vor einer Immobilienblase

In der Folge nimmt die Angst vor einer Immobilienblase zu. 40 Prozent der Deutschen sehen hier laut TNS Infratest eine steigende Gefahr. Speziell in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern befürchten sogar 66 Prozent der Immobilienmakler eine Überhitzung, dies ergab der “Marktmonitor Immobilien 2013”, durchgeführt von Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Keine Blasengefahr dagegen sieht nicht nur die Deutsche Bundesbank.

Eigentumswohnungen sind heute preisbereinigt deutlich günstiger als vor zehn Jahren, ermittelte Harald Simons, Vorstandsmitglied beim Marktforschungsinstitut Empirica und VWL-Professor in Leipzig.

Der Anstieg der Mieten und Kaufpreise sei durch eine kontinuierlich wachsende Nachfrage nach Wohnungen bei gleichbleibendem Angebot fundamental begründet. Selbst in München sei dank gestiegener Einkommen die Belastung der Käufer und Mieter gleich geblieben, eine Blase nicht einmal im Ansatz erkennbar.

Langzeitbetrachtung bescheinigt Nachholeffekte

Eine ähnliche Erkenntnis ergibt sich aus der Langzeitbetrachtung der Immobilienwerte in Stuttgart, eines besonders engen und teuren Marktes. Laut Gutacherausschuss der Schwabenmetropole stieg der Lebenshaltungskostenindex für Baden-Württemberg seit 1985 um rund 63 Prozent, der Mietpreisindex um über 80 Prozent. Eigentumswohnungen verteuerten sich seither um lediglich knapp 40 Prozent. Nur Mehrfamilienhäuser konnten mit einer Wertverdoppelung die Inflation schlagen.

Seite 2: Starke Preiszuwächse in den vergangenen Jahren

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